FC Bödigheim
Chronik

letzte Änderung: 08. Juni 2011

Chronik des FC „Germania“ Bödigheim 1921 e.V.

Von Bruno Greulich und Bernhard Geppert

Die Chronik des FC „Germania“ Bödigheim konnte nicht vom Gründungsjahr bis heute laufend fortgeführt und ergänzt werden, wie dies allgemein im Vereinsleben üblich ist. Leider war bei der Besetzung des Schlosses Bödigheim im Jahre 1945 durch die Amerikaner die früher geführte Vereinschronik – der frühere Schriftführer und dort wohnhafte Rentamtmann Karl Schimpf hatte sie verwahrt und mußte kurzfristig seine Wohnung räumen – abhanden gekommen, so daß es recht schwierig war, die Anfänge des Vereins genau aufzuzeigen.

In mühsamer Kleinarbeit konnte jedoch durch das Ehrenmitglied und Chronisten Bruno Greulich, gestützt auch auf das Wissen und die Erlebnisse der 1971 beim 50-jährigen Vereinsjubiläum noch lebenden Gründungsmitglieder, die Geschehnisse des Vereins auch aus der Entstehungszeit wieder zusammen getragen, zum 70-jährigen Jubiläum auf den neuesten Stand gebracht und nunmehr auf den heutigen Stand ergänzt werden.

Der erste Weltkrieg war noch nicht lange vorüber und alle seine Folgen und Nöte noch nicht verklungen, als sich junge beherzte Männer zusammen setzten und dem dörflichen und privaten Leben nach den wenig erfreulichen Erlebnissen des Krieges wieder einen sinnvollen Gehalt geben wollten.

Gründung des Fußballvereines Anfang 1921

Zu Beginn des Jahres 1921 wurde auch in Bödigheim im Gasthaus „Zum Löwen“ ein Sportverein ins Leben gerufen. Hauptinitiator war der bereits verstorbene Kaufmann Gotthold W a l z, wohnhaft im Hause Gerhard Wittwer, Hauptstraße 15.

Als offizielle Gründungsmitglieder waren damals zugegen:

Christian Bäuerlein, Karl Bäuerlein, Alfred Bungert, Ernst Eberle, Karl Häffner, Jan Heyder, Ludwig Heyder, Hermann Klingmann, Emil König, Heinrich Löffler, Wilhelm Müller, Wilhelm, Röderer, Adolf Seewald, Heinrich Unangst und Ernst Weber.

Erster Vorsitzender wurde Gotthold Walz. Einen 2. Vorsitzenden gab es nicht. Er hatte in

Personalunion alle Ämter eines heutigen Gesamtvorstandes inne, außer dem Schriftführer. Dieses Amt versah Alfred Bungert.

Man einigte sich auf den Namen Fußball - Club „Germania“ Bödigheim. Eine bestimmte Vereinsfarbe wurde noch nicht festgelegt. Die Gründungsmitglieder bildeten zunächst den Verein und zugleich auch die aktive Mannschaft.

Zu der ersten, sogenannten Gründungsmannschaft kamen im Jahr 1921 noch Hermann, Bäuerlein, Wilhelm Bäuerlein, Christian Gieser, Fritz Gieser, Edwin Haas, Heinrich Häffner, Heinrich Heyder, Richard Heyder, August Löffler, Julius Marx und Ludwig Unangst als weitere Spieler hinzu.

Als erstes Spielfeld diente ein Ödlandgrundstück im Gewann „Schluie“, etwa 2 km vom Dorfzentrum entfernt, rechts der Eberstadter Straße in der Nähe der Bauernsiedlung Hohlenstein. Die Tore wurden provisorisch durch Einschlagen von Stangen ersetzt. Die ersten Netze wurden von Alfred Bungert, Heinrich Löffler und Adolf Seewald mit Aluminiumdraht geknüpft. Der erste Ball wurde auf eigene Kosten bei Sattler Götz in Buchen gekauft. Fußballschuhe gab es nicht, desgleichen keinen sonstigen Sportdreß.

Noch im Jahre 1921 konnte auf dem schön gelegenen Wiesengrundstück „Wechelwiese“ unterhalb des jetzigen Neubaugebietes - Wiese hinter dem Anwesen Gerhard Eberle  – der Spielbetrieb aufgenommen werden. Als Zugang diente von der Hauptstraße her ein Pfad zwischen den beiden Hofreiten Eberle/Hemberger. Um überhaupt auf dieser Wiese spielen zu können, wurde dem damaligen Pächter Elias Friedrich (Pächter des Schloßgutes) von dem Schäfer Georg Breitinger im Gewann „Taubeltern“ im Tauschweg ein Grundstück zur Verfügung gestellt, so daß die „Wechelwiese“ als Ersatz für den Spielbetrieb frei wurde. Die Pacht betrug -,50 DM pro Ar. Im zweiten Pachtjahr wurde der Pachtzins bereits durch Sammlung von Hafer und Naturalien getilgt. Durch die inzwischen  eingetretene Inflation war der Verein zahlungsunfähig geworden und mußte auch für kurze Zeit den Spielbetrieb einstellen.

Das  erste Spiel wurde gegen Hettingen ausgetragen. Die Hettinger traten bereits damals mit komplettem Sportdress auf, während sich die Bödigheimer noch buntgemischt in Zivil (Wildwest in Werktagskleidern mit langen Hosen und genagelten Schuhen) bewegten. Mit Begeisterung ging man in das Spiel und aus dem Spiel, obwohl es damals in Strömen regnete und das Spiel zweistellig verloren wurde. Es soll auch damals schon ein Eigentor durch den Stürmer und früheren Bürgermeister Häffner gegeben haben. Dies alles tat der Begeisterung und Kameradschaft aber keinen Abbruch.

Gegner waren zu dieser Zeit: Großeicholzheim, Schlierstadt, Altheim, FC Walldürn, Limbach, Hainstadt, Eubigheim, Boxberg, Bürgstadt und das kleine Hemsbach bei Osterburken, bei dem Osterburken und die umliegenden Orte versammelt waren. Das erste Spiel gegen die äußerst spielstarken Hemsbacher ging 10:0 verloren.

Nach dem ersten offiziellen Spiel auf der „Schluie“ setze sich auch langsam Sportkleidung durch. Jeder hatte andere bunte Strümpfe. Es gab aber keine bestimmte Vereinsfarbe.

Christian Bäuerlein hatte von dem Juden Salomon Salm als erster einen kompletten Sportdress erstanden, so daß praktisch durch ihn die Farben bestimmt wurden:

Weiße Hosen, schwarzes Trikot mit gelbem Rand und schwarze Strümpfe mit gelbem Rand.

Zweiter Vorsitzender wurde im Jahr 1923 Otto Kniehl. Daß man sich auch damals schon mit der Technik  und den Feinheiten des Fußballsports befaßte, beweist seine theoretische Ausbildung der Spieler. Kniehl hatte sich ein Fußball-Lehrbuch beschafft und versuchte den Spielern die nötige Fußballweisheit beizubringen. So wurde er von seinen Sportkameraden auch ohne Nebengedanken als „Fußballdoktor“ betitelt.

Die Spiele wurden nur auf Freundschaftsebene ausgetragen. Gegner waren außer den bisher bereits benannten Vereinen Seckach, Adelsheim, Schneeberg, Amorbach, Weilbach und Kirchzell.

Der Fußballsport wurde in jener Zeit auch weit mehr als Spiel und nicht als Kampf angesehen. Es gab auch keine Spielerausweise oder eine Organisation auf Verbandsebene wie im heutigen Sinn. Als Schiedsrichter wurde ein sportbegeisteter Anhänger bestimmt. Zu Auswärtsspielen  wurde mit dem Fahrrad gefahren, oft sogar zu zweit auf einem Fahrrad, zu Nachbarorten ging es zu Fuß. Auswärts wurde auch öfters mit einem Heuwagen ohne Gummiräder, gezogen von 2 Pferden , gefahren. Das Gespann gehörte Hermann Hemberger.

Wenn Vergleiche zur heutigen Wohlstandsgesellschaft angestellt werden, kann man erst recht ermessen, mit welchem Idealismus und welcher Begeisterung die Spieler damals dabei waren. Der Fußball war vielerorts verpönt, aber die Begeisterung ohnegleichen.

Dritter Vorstand des Vereins wurde im Olympiajahr 1924 (Olympiade Paris) der frühere Bürgermeister Karl Häffner. Er wurde in der Vereinsführung von Karl Kaufmann 1925 abgelöst. Unter seiner Amtsführung wurden im Jahre 1926 die Vereinsfarben gewechselt:

Schwarze Hose, weißes Trikot mit schwarzem Brustring und Brustwappen sowie schwarze Strümpfe mit kleinem weißen Rand. Diese Farben sind bis heute erhalten.

Als dem Sportverein die „Wechelwiese“ gekündigt wurde, mußte der Spielbetrieb nochmals für 2 Jahre auf der „Schluie“ weitergehen, bis dann Ende der 20-iger Jahre vom Gutspächter Karl Hemberger die Schloßgutwiese „Im Tal“ an der Landstraße nach Seckach pachtweise zur Verfügung gestellt wurde. Die Pacht betrug ebenfalls -,50 DM pro Ar.

Die Stammspieler der 30-iger Jahre waren:

Heinrich Bäuerlein, Ernst Brenner, Karl Friedrich (Tor), Willi Gramlich, Karl Hettinger, August König, Hermann Müller, Ernst Riehl, Karl Seitz, Willi Seitz und Ludwig Unangst.

Letzter Vorsitzender vor dem 2. Weltkrieg war Helmut Wagner.

Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges ruhte jeglicher Spielbetrieb. Fast alle Aktiven mußten einrücken, desgleichen der damalige 1. Vorsitzende Helmut Wagner. Die ganze Betreuung des Vereins lag in jenen Jahren in den Händen des damaligen Schriftführers Karl Schimpf, der zugleich auch Kassenwart und Ballwart war. Er stand auch während des Krieges mit Aktiven in Verbindung und mancher Dankesbrief von der Front oder sonstigem Einsatz zeugt davon, wie diese Sportlergrüße aus der Heimat draußen ankamen.

Leider gingen die ganzen Chronikaufzeichnungen, wie bereits erwähnt, 1945 bei der Besetzung des Schlosses Bödigheim durch die Amerikaner verloren.

Wiedergründung im Herbst 1945

Als im Sommer 1945 die ersten entlassenen Soldaten wieder in die Heimat zurückkehrten – viele hatten in der damaligen Soldatenzeit die Gelegenheit, sich fußballerisch zu betätigen -, wuchs auch unter den Bödigheimer Sportfreunden der Wunsch, den FC „Germania“ wieder ins Leben zu rufen.

Im Herbst 1945 wurde im Gasthaus „Zum Löwen“ die erste Versammlung zur Wiedergründung des Vereins abgehalten.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Wilhelm Wolfstädter und als Schriftführer Heinz Jordan gewählt. Um den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können, mußte die Genehmigung der US-Militärregierung in Buchen eingeholt werden, die der FC „Germania“ als einer der ersten, wenn nicht sogar als erster, im Kreis Buchen erhielt.

Das Zustandekommen der Genehmigung verlief nach der Erzählung des damaligen Vorstandes Wilhelm Wolfstädter wie folgt:

Treffpunkt wie so oft in dieser Zeit war der Sportplatz an der Seckacher Straße , wo man des öfteren nach getaner Arbeit auf den landwirtschaftlichen Gehöften kickte. Eines Tages kam ein Amerikaner mit einem Straßenkreuzer vorbeigefahren und sprach einige Mädchen an, die sich ebenfalls am Sportplatz aufhielten, wer den hier der „Chef“ sei. Wilhelm Wolfstädter wurde als solcher benannt und kam so mit dem Amerikaner, der sich mit dem Namen Koch vorstellte, in Kontakt. Von diesem Amerikaner bekamen die Jugendlichen 700,-- DM Startkapital und somit den Startschuß für eine Wiedergründung des Vereins.

Zusammen mit der o.g. Vorstandschaft, die ebenfalls Spieler waren, bildeten Herbert Bauer, Karl Flick, Erich Friedrich, Rudolf Jakob, Heinz Jordan, Werner Kamp, Karl König, Otto Kühner, Gerhard Münch und Helmut Pfeifer zunächst den Verein, bis weitere Mitglieder aus der Gefangenschaft heimkehrten (siehe Bild in der Festschrift 1991, Seite 19).

Um einen Ball zu bekommen, wurden Naturalien in Tausch gegeben. Ein Sportdreß war aus früheren Jahren vorhanden. Fußballschuhe waren zu dieser Zeit noch nicht Mode und schwer zu bekommen.

Wilhelm Wolfstädter erinnert sich noch gut daran, als er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender einmal eine Versammlung besuchte, bei der alle neu- oder wiedergegründeten Vereine vertreten waren und ihm dort 3 Paar Kickschuhe zugeteilt wurden, die er dann gleich an die aktiven Spieler verteilte. Auch erinnert er sich noch, daß die Tore am Sportplatz nach dem Krieg nicht mehr zu gebrauchen waren und die Sportler aus diesem Grund mit dem Förster Karl Friedrich am Wolfsgrund Stämme schlugen und sie mit dem Pferdefuhrwerk zur Schneidmühle an der Seckacher Straße zum Schneiden transportierten und damit neue Tore zimmerten. Auch sei noch an die selbstgezimmerten Bänke erinnert, die lange den Sportplatz an der Seckacher Straße zierten.

Betreuer war der Sportkamerad Philipp Bönig (Großvater von Wolfgang Heyder), evakuiert aus Mannheim, ein Sportler mit hervorragenden Regelkenntnissen, die ihn auch für kurze Zeit zum Schiedsrichter-Obmann des Kreises Buchen werden ließen.

Erster geprüfter Schiedsrichter war Richard Gramlich. Wegen zu starker beruflicher Inanspruchnahme war er nur für kurze Zeit aktiv tätig.

Nunmehr wurden auch passive Mitglieder geworben.

Der Spielbetrieb bestand ausschließlich in Freundschaftsspielen ohne jegliche amtliche Organisation als sog. „Wildspiele“. Das erste Spiel wurde an Ostern 1946 von den bereits genannten Spielern ausgetragen.

Verbandsspielbetrieb ab 1946

Im Jahre 1946 begann der offizielle Verbandsspielbetrieb.  Beim Kreistag des Sportkreises Buchen am 12.05.1946 in Buchen im Gasthaus „Zur Post“ wurde der FC „Germania“ der neu geschaffenen Kreisklasse Buchen – Abteilung Odenwald – mit den Vereinen Bödigheim, Buchen, Hainstadt, Limbach, Mudau, Schlossau und Waldhausen zugeteilt.

Neben der Abteilung Odenwald wurde bei diesem Kreistag noch die Abteilung Bauland mit den Vereinen Adelsheim, Großeicholzheim, Merchingen, Oberwittstadt, Osterburken, Seckach, Sennfeld und Zimmern sowie die Abteilung Franken mit den Vereinen Altheim, Gerichtstetten, Höpfingen, Rippberg, Rosenberg, Schweinberg und Walldürn II gebildet.

Der erste Gegner der Verbandsrunde war der TSV Buchen. Das Spiel ging 6:0 verloren.

Die Vereine wurden im Badischen Sportverband zusammengeschlossen und Mitglieds- und Wettkampfpässe auf Kreisebene ausgestellt.

Sportbeauftragter für den Kreis Buchen wurde Kreisschulrat Walter.

Einen Wechsel in der Vorstandschaft gab es ab Herbst 1947. Ernst Brenner übernahm das Amt des ersten Vorsitzenden und hatte dieses bis Mai 1948 inne.

Großen Auftrieb erhielt der Verein durch den Zugang des landesligaerfahrenen Spielers Ludwig Kistner von „Tura Ludwigshafen“, der zugleich Trainer war. Er wohnte bei Hettingers in der Hauptstraße (Manfred Haas) und war diesen auch verwandschaftlich verbunden. Die Erfolge damals blieben nicht aus.

B-Klassen Staffelmeisterschaft 1948/49

Erster Höhepunkt war bereits im Spieljahr 1948/49 die Erringung der B-Klassen Staffelmeisterschaft Staffel II. Im Entscheidungsspiel der beiden Staffelmeister zur Erringung des Meisters der B-Klasse blieb ein Erfolg leider versagt. Das entscheidende Spiel auf dem Sportplatz in Adelsheim gegen Gerichtstetten ging erst in der Verlängerung mit 2:1 verloren. In der Tageszeitung war u.a. folgendes zu lesen:

„In der Verlängerung wuchs der Bödigheimer Torsteher Mosch mit ausgezeichneten Abwehrparaden über sich selbst hinaus und erst in der 119. Minute mußte er sich geschlagen geben. Die Leistung des FC-Bödigheim, der nur mit 10 Mann den Kampf bestritt, ist anerkennenswert.“

Trotz allem ein schöner Erfolg, der zugleich den Aufstieg in die A-Klasse bedeutete.

Im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft waren beteiligt:

Herbert Bauer, Christian Betschel, Erich Eberle, Gerhard Eberle, Erich Friedrich, Rudolf Jakob, Otto Kühner, Erich Mosch, Alfred Pfaff, Helmut Pfeifer und Gerhard Schimpf (Bild siehe Festschrift von 1996, Seite 23).

In diese Zeit fiel auch wieder ein Wechsel in der Vorstandschaft. Ab Mitte Mai 1948 übernahm der ehemalige Aktive Willi Seitz die Führung des Vereins und stand ihm bis zum 30.07.1950 vor. Unter seiner straffen Führung eilte der Verein weiterhin zum Erfolg und war in der Spitzengruppe der A-Klasse zu finden.

Aus der Generalversammlung vom 30.07.1950 ging wieder ein neuer Vorstand hervor. Oskar Haber wurde zum 1. Vorsitzenden, der bisherige Vorsitzende zum Stellvertreter und Hans-Jürgen Schneider, damals Lehrer in Bödigheim, wurde zum Schriftführer und Hauptkassier gewählt. Mit dem Posten des Leiters des Spielausschusses wurde Hauptlehrer Walter Schrittmatter betraut, der auch zugleich aktiver Spieler bis zu seinem beruflichen Wegzug im November 1954 war. Seine damalige Mahnung zum sportlichen Verhalten auf dem Spielfeld und seine Feststellung: „Ich stehe immer nur da, wo in echtem Sportgeist und fair gekämpft wird“ wurden mit starkem Beifall aufgenommen und fand eine nachhaltige Resonanz.

Es wurde nicht nur auf dem Fußballplatz durch hartes Training eifrig gearbeitet. Die Regelabende und theoretische Schulung waren für ihn genauso wichtig. Der Verein nahm einen ungeahnten Aufschwung. Ohne die Leistung der anderen Spieler schmälern zu wollen, kann mit gutem Gewissen gesagt werden, daß die damalige Mannschaft maßgeblich von ihm geprägt wurde. Es konnte sogar im Oktober 1950 eine 2. Mannschaft gebildet werden, die zunächst nur Freundschaftsspiele austrug. Die 1. Mannschaft eilte von Erfolg zu Erfolg.

Auszug aus der RNZ vom 02.10.1950:

„Bödigheim Favorit der A-Klasse. Im Sportkreis Buchen sah man mit größtem Interesse dem Kampf der beiden Spitzenreiter der Buchener A-Klasse Hettingen - Bödigheim entgegen, zumal die beiden Mannschaften als die ersten Favoriten der Meisterschaft gelten. Die jungen eifrigen Bödigheimer stellten auf dem Hettinger Gelände ihr Können unter Beweis und siegten überraschend sicher mit 3:1. Damit übernahm die Elf die Tabellenführung, die sie bis zur Halbzeitmeisterschaft wohl kaum noch verlieren dürfte.“

Bei diesem Erfolg war Schrittmatter mit den beiden ersten Führungstreffern beteiligt.

Meister der A-Klasse 1950/51

Mit Ablauf der Spielrunde 1950/51 hatte der FC „Germania“ seinen spielerischen Höhepunkt erreicht. Mit einem Torverhältnis von 108:8 hatte er erstmals in seiner Vereinsgeschichte die Meisterschaft der A-Klasse des Kreises Buchen vor dem schärfsten Konkurrenten Hettingen errungen.

An der Meisterschaft waren die Spieler Erich Mosch (8), Helmut Pfeiffer (11), Rudolf Jakob (6), Herbert Bauer (1), Christian Betschel (2), Kurt Demel (3), Otto Kühner (7), Erich Friedrich (5), Walter Schrittmatter (12), Gerhard Eberle (4), Gerhard Münch (9) und Alfred Pfaff (10) beteiligt. (Bild siehe Festschrift von 1991, Seite 21 und von 1996, Seite 43).

Einen Vergleich über die Spielstärke der damaligen Mannschaft vermittelte das Pokalspiel gegen den damaligen Spitzenverein der Amateurliga, den TSV Buchen, das 3:5 verloren ging, nachdem der FC „Germania“ 3:1 führte.

Besondere Erwähnung verdient auch das Kreisauswahlspiel der A-Klasse gegen Amateure (Kreis Buchen) als Vorspiel zum Spiel Vfb Mühlburg (dem Vorgänger des KSC) gegen Wacker 04 Berlin in Buchen auf dem Sportplatz zum kleinen Roth, das 3:3 endete und bei dem 7 Bödigheimer Spieler in der Auswahl standen.

Wegen beruflicher Veränderung und Wegzugs des 1. Vorsitzenden Haber wurde am 13.04.1951 Gerhard Seitz zum 1. Vorsitzenden, Sportkamerad Heinz Jordan zum 2. Vorsitzenden gewählt. Bei der Besetzung der übrigen Posten ergab sich keine Veränderung.

Ab August 1951 übernahm Hermann Müller das Amt des 2. Vorsitzenden. Den Posten des Schriftführers übernahm mit der Versetzung von Lehrer Schneider nunmehr Hauptlehrer Schrittmatter.

In diese Zeit fiel auch die Verlegung des Sportplatzes weiter nördlich und westlich in der jetzigen Form. Durch Geländeverkauf durch die Rüdt‘ sche Grundherrschaft, insbesondere des Schloßgutes, hatte die Gemeinde Bödigheim die „Wiese im Tal“ erworben und dem FC „Germania“ zum Spielbetrieb unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Besonders hervorzuheben ist, daß überwiegend in Eigenleistung die Arbeiten am Platz verrichtet wurden und jeder, der sich freimachen konnte, mithalf. Besonders taten dies:

Fritz Jakob, Fritz Gieser, Sylvester Schneider und Hermann Müller.

Nach dem Protokoll des Schriftführers mußten nur 250,-- DM in bar aufgewendet werden, während durch Eigenarbeit etwas 2500,-- DM eingespart wurden.

Zu Beginn des Spieljahres 1951/1952 trat wieder ein Vorstandswechsel ein. Hermann Müller wurde 1. Vorsitzender und führte dieses Amt über 10 Jahre ununterbrochen aus. Walter Schrittmatter wurde 2. Vorsitzender und Schriftführer. 1954 übernahm Bruno Greulich den Schriftführerposten und wurde 1956  von Karl König abgelöst und war dann nur noch 2. Vorsitzender. Diese beiden behielten ihren Posten während der ganzen Amtszeit von Vorstand Hermann Müller bis Herbst 1961 bei.

Auch unter der neuen Vorstandschaft hielt der spielerische Erfolg an. Der FC „Germania“ wurde in der Folgezeit mehrmals Vizemeister der Kreisklasse A und gehörte zu den Spitzenmannschaften dieser Klasse.

Ende der 50-iger Jahre (Spieljahr 1959/60) trat erstmals ein Tiefpunkt in der Geschichte des Vereins ein. Obwohl der Verein mit Erich Pfaff einen äußerst rührigen Spielausschußvorsitzenden hatte – Pfaff war von 1955 – 1967 in ununterbrochener Reihenfolge als Spielausschußvorsitzender mit diesem Amt betraut – war ein Leistungsabfall Ende der 50-iger Jahre zu verzeichnen. Die Mannschaft, meist Spieler aus der Meisterelf, war überaltert, jedoch nicht genügend Nachwuchs vorhanden. Als die „alten“ Spieler mit einem Schlag aufhörten aktiv tätig zu sein und die Mannschaft überwiegend aus jungen Spielern aufgefüllt wurde, war der FC „Germania“ nur noch am unteren Ende der Tabelle zu sehen.

Ein Abstieg in die B-Klasse im Spieljahr 1959/60 war somit nicht mehr zu vermeiden. Es mußte eine junge Mannschaft gebildet werden, die erst ganz langsam Schritt fassen konnte. Hierbei kam dem Verein zustatten, daß sich unter der bewährten Leitung von Gerhard Wittwer als Jugendleiter eine herausragende A-Jugendmannschaft gebildet hatte (Zur Erinnerung das 3:2 verlorene Spiel gegen die hervorragende Mannschaft vom FV Mosbach mit den Gebrüdern Gaschler beim Jugendturnier in Seckach), die nunmehr das Gerippe der 1. Mannschaft bildete. Es hat sich hier besonders gezeigt, daß ohne gezielte Heranziehung der Jugend auf lange Sicht der Verein keinen Bestand hat.

Ende 1961 trat wieder ein Wechsel in der Vorstandschaft ein. Walter Freudenberger wurde 1. Vorsitzender. Von den bisherigen Vorstandsmitgliedern behielten Bruno Greulich, Karl König, Erich Pfaff sowie Gerhard Wittwer ihre Ämter. Hermann Müller wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Äußerst günstig wirkte sich die Übernahme des Trainings durch Hauptlehrer Neureither aus. Er verstand es, in der Mannschaft wieder einen echten  Kameradschaftsgeist und Zusammenhalt zu wecken, der als vorbildlich bezeichnet werden konnte. Die Erfolge bewiesen die geleistete Arbeit.

Im Spieljahr 1964/65 konnte mit 2 Unentschieden ungeschlagen die Staffelmeisterschaft in der B-Klasse Staffel II und somit der Wiederaufstieg in die A-Klasse erreicht werden. Im Kampf um die B-Meisterschaft (das Vorspiel in Bödigheim gegen Osterburken endete 1:1) war Osterburken glücklicher und siegte 3:4, nachdem der FC „Germania“ auf drei seiner besten Spieler verzichten mußte (104:21 Tore; 42:2 Punkte). Die Leistung der Mannschaft war ein stolzer Erfolg.

An der Meisterschaft waren die Spieler: Anton Birli, Bruno Brossmann, Manfred Enders, Gerhard Görig, Mathias Hautzinger, Rudi Hemberger, Herbert Hettinger, Günter Jordan, Adolf Pfaff, Horst Pfaff und Gerd Seitz beteiligt.

Zu dieser Mannschaft gehörten auch Alois Malcher, Erich Mosch, Fritz Böhm, Hans Kühner, Eckhardt Bartsch, Walter Müller, Hubert Hemberger und Dieter Schettler (Bild siehe Festschrift von 1991 Seite 27 und Festschrift von 1996 Seite 33).

Leider blieb die Meister-Mannschaft, die zu den besten Hoffnungen berechtigte, nicht beisammen. Rudi Hemberger fiel durch Meniskusverletzung gänzlich seit der Meisterschaft aus, Gerd Seitz wechselte zu Kickers Walldürn, Alois Malcher und Gerhard Görig gingen nach Seckach, Anton Birli kehrte wieder nach Buchen zurück und Günter Jordan ging nach Waldhausen.

Die Mannschaft kursierte nur noch am unteren Tabellenende.

Am Ende des Spieljahres 1966/1967 war schließlich der Abstieg in die B-Klasse fällig. Erich Pfaff legte sein Amt als Spielausschußvorsitzender nieder. Diese Abwärtskurve war aber nicht ausschließlich der Spielerabwanderung zuzuschreiben, da mit den vorhandenen Spielern durchaus hätte bestanden werden können. Grundübel war die mangelhafte Kameradschaft und nicht der geringste Zusammenhalt unter den Spielern. Das Training wurde kaum besucht, es bildeten sich Interessengruppen und schließlich ging jeder seinen eigenen Weg. Nicht einmal außerhalb des Spieles hatte man den nötigen persönlichen Kontakt. Die Krise schwellte weiter.

Hätte sich die damalige gesamte Vorstandschaft bei der Generalversammlung im Juli 1967 nicht bereit erklärt,  sich nochmals zur Wahl zu stellen, wäre der FC „Germania“ wohl, wenn auch vorübergehend, von der Bildfläche verschwunden gewesen.

Eine Verjüngung der Mannschaft mit Jugendspielern, die noch zu begeistern waren, kam leider zu spät.Die 1. Mannschaft des FC mußte am Ende des Spieljahres erneut absteigen und den Weg in die unterste Spielklasse, die C-Klasse, antreten.

Neuer Gesamtvorstand 1970

Bei der Generalversammlung im September 1970 mußte, nachdem der 1. Vorsitzende Walter Freudenberger nach 10 Jahren, der 2. Vorsitzende Bruno Greulich nach 16 Jahren und der Schriftführer Karl König nach 14 Jahren Tätigkeit im Gesamtvorstand und die übrigen Vorstandsmitglieder sich nicht mehr zur Wahl stellten, eine völlig neue Vereinsführung gefunden werden.

1.Vorsitzender wurde Reinhold Kiepsel, sein Stellvertreter wurde Heinrich Welser jr. Die Mannschaft wurde nun radikal verjüngt und mit der bisherigen A-Jugendmannschaft als Stamm, verstärkt mit einigen älteren Stammspielern, eine völlig neue Elf gebildet. Nach schlechtem Start konnten ansprechende Leistungen erzielt werden.

Im Jahre 1974 war erneut ein Vorstandswechsel. Karl Schimpf wurde 1. Vorsitzender, Rolf Unangst sein Stellvertreter. Beide übten diese Ehrenämter 10 Jahre aus. Unter dieser neuen Führung ging es dann stetig aufwärts.

Im Spieljahr 1975/76 konnte die Mannschaft des FC „Germania“ erneut einen spielerischen Höhepunkt erreichen. Im entscheidenden Spiel in Schweinberg wurde vom Anstoß weg das 1:0 erzielt und Dank des überragenden Torwarts Harald Wittwer bis zum Schluß gehalten, was den Sieg und somit die Meisterschaft der C-Klasse bedeutete.

Zur Meistermannschaft gehörten damals: Hans Betschel, Manfred Enders, Bernhard Geppert, Gerhard Görig, Günter Heckmann, Fritz Hovemann, Günter Jordan, Hans Kühner, Otmar Lang, Roland Lang, Gerd Müller, Siegfried Rohm, Gerd Seitz, Dieter Schettler, Arno Wittwer, Harald Wittwer und Rudi Wittwer (Bild siehe Festschrift von 1991 Seite 29 und von 1996 Seite 45).

Sämtliche Heimspiele wurden in diesem Spieljahr auf dem Sportplatz des SV Waldhausen wegen des Umbaus bzw. Neubaus des jetzigen Sportplatzes ausgetragen. Die stolze Heimbilanz von 24:0 Punkten und die starke Unterstützung des Waldhausener Publikums waren mit ein Garant für den Erfolg.

So war es für die Meisterelf das schönste Geschenk, daß im August 1976 nach zweijähriger Bauzeit (Straßenbauarbeiten an der L 519 machten eine Verlegung des Platzes notwendig) der jetzige neue Sportplatz seiner Bestimmung übergeben werden konnte und so für den Spielbetrieb in Bödigheim optimale Platzverhältnisse geschaffen waren. Das erste Spiel auf dem neuen Platz trugen die C-Jugend-Mannschaften von Bödigheim und Waldhausen aus.

Bereits 3 Jahre später, Pfingsten 1979, konnte das Sportheim in seiner heutigen Form eingeweiht und seiner Bestimmung zugeführt werden. So befinden sich in Bödigheim zwei Anlagen, auf welche die Sportler stolz sein können und mit zu den schönsten im Kreis zählen.

Trotz dieser optimalen technischen Voraussetzungen wollte sich ein sportlicher Erfolg nicht einstellen. Die Aktiven kamen über einen Mittelplatz nicht mehr hinaus und mußten Ende der 70-iger Jahre wieder den Weg in die unterste Klasse antreten.

Ab dem Spieljahr 1977/78 fiel die C-Klasse als unterste Spielklasse weg. Es wurde nur noch in 3 Kreisklassen (Bezirksliga, Kreisliga A und B) gespielt. Der FC „Germania“ mußte so nach einjähriger Zugehörigkeit zur Kreisliga A auch hier wieder absteigen und war nunmehr bis zum Spieljahr 1989/90 überwiegend auf dem letzten bzw. vorletzten Platz der B-Liga, der untersten Spielklasse, zu finden.

Negativ-Periode

Ab dem Spieljahr 1984/85 bis 1988 war Fritz  Böhm 1. Vorsitzender. Auch er konnte trotz engagierten Einsatzes die Negativserie des Vereines nicht stoppen. Es war ein absoluter sportlicher Tiefpunkt erreicht und die Verbandsrunden 1986/87 und 1987/88 dürften mit die schlechtesten des Vereins gewesen sein. Insgesamt wurden bei den Verbandsspielen nur jeweils 3 Pluspunkte erreicht.

Entsprechend war das Ergebnis der Generalversammlung vom 04.03.1988. Die Schlagwörter der Tageszeitungen vom 09.03.1988 wie “Beim FC “Germania” Bödigheim stehen die Zeichen auf Sturm”, oder “Enttäuschter Friedrich Böhm warf das Handtuch” bzw. “FC “Germania” ohne Vorsitzenden” sprechen für sich. In seinem Rechenschaftsbericht gab der enttäuschte Fritz Böhm bekannt, daß er bei der anstehenden Wahl nicht mehr zur Verfügung stehe. Er stellte fest, daß die anhaltende Negativserie der Fußballer, das ihm von den Spielern und auch teilweise von Mitarbeitern entgegengebrachte mangelnde Vertrauen, das schlechte Benehmen der Sportler, aber auch die unbefriedigende Resonanz einer außerordentlichen Spielerversammlung keine Vertrauensbasis mehr darstellten.

Weiter führte Fritz Böhm aus, er habe sich die meisten Heimspiele angeschaut. Nach auswärts mitzufahren sei nicht zumutbar, man müsse sich beinahe schämen, dieser Mannschaft vorzustehen. Anstatt daß die Mannschaft ihren Heimatort repräsentiere, blamiere sie ihn.

Diese erschütternden und depremierten Worte des scheidenden Vorsitzenden kennzeichnen das augenblickliche Stimmungsbild des Vereins.

Auch Fußball-Spartenleiter Gerd Seitz führte aus: So schlecht hat eine Bödigheimer Mannschaft seit Jahrzehnten nicht gestanden.

Bei den anstehenden Neuwahlen unter Ortsvorsteher Karl Schimpf als Wahlleiter – der langjährige 1. Vorsitzende Karl Schimpf wurde zu Beginn der Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt – lehnten die für die Vereinsspitze vorgeschlagenen Bruno Greulich, Bernhard Geppert, Rolf Unangst und Karl Schimpf aus verschiedensten Gründen alle ab. Die Debatte und Suche nach einem Kandidaten ging hin und her, aber ohne Erfolg. Nach der Nichtbesetzung des Amtes an der Vereinsspitze wurde nach Zustimmung der Mitglieder die Wahlhandlung vom Wahlleiter geschlossen mit dem Hinweis, daß in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden soll und bis zu diesem Zeitpunkt – also die vorstandslose Übergangszeit – die Vorschriften des Vereinsrechtes Platz greifen, somit die bisherige Vorstandschaft bis zu diesem Zeitpunkt noch die Geschäfte weiterführen muß.

Dies ist in der Vereinsgeschichte des über 65 Jahre alten FC “Germania” noch nicht vorgekommen.

Beginn Ära Görig

Die mit Spannung erwartete, und sehr gut besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung konnte am 08.04.88 stattfinden. Zum Wahlleiter wurde Ehrenmitglied Bruno Greulich vorgeschlagen und auch gewählt, nachdem bekannt war, daß er in den 5 Wochen vorstandsloser Zeit viele Einzelgespräche zur Ermittlung eines Gesamtvorstandes geführt hatte. Er unterstrich: “Wir wollen ein ehrliches und offenes Miteinander und den Verein wieder dorthin bringen, wo er stand. Hierzu ist nur ein Miteinander und kein Gegeneinander erforderlich”. Unter Beifall der Mitglieder konnte Bruno Greulich eine komplette Vorstandschaft präsentieren, die im anschließenden Wahlgang auch durchweg die Zustimmung der Mitglieder fand.

Der langjährige Spielausschußvorsitzende Erich Pfaff nahm die Spieler in die Pflicht und erinnerte, daß man auch im Fußball Leistung bringen muß. „Es war 5 Minuten vor 12” stellte er mahnend fest und „nur durch den unermüdlichen Einsatz des Ehrenmitgliedes Bruno Greulich konnte eine Auflösung der Fußballabteilung gerade nochmals abgewendet werden”.

Zum 1. Vorstand wurde der langjährige  Spieler Gerhard Görig, zum 2. Vorstand der ebenfalls langjährige Spieler Gerd Seitz gewählt. Der sportliche Erfolg stellte sich aber dennoch nicht sofort ein, die Spieler waren jedoch bemüht, ihr Bestes zu geben. Sportliche Fortschritte waren besonders ab dem Spieljahr 1990/91 zu verzeichnen. Mit Blick auf das Jubiläumsfest 1991 nahmen auch 1991 die bisherigen 1. und 2. Vorsitzenden mit den übrigen Vorstandsmitgliedern wieder ihre Ämter ein. Auch der sehr engagierte Trainer Gottfried Wasner – bereits seit 2 Jahren beim FC „Germania” tätig – aus Mudau, blieb für eine weitere Spielperiode. Einige gezielte Spielerzugänge von auswärts wirkten sich ebenfalls positiv aus. Der FC „Germania” eilte nunmehr von Sieg zu Sieg und konnte über die ganze Vorrunde hinweg den 1. Platz in der Tabelle einnehmen. Verletzungs- und  berufsbedingt mußte in der Rückrunde fast die halbe Mannschaft ersetzt werden, was ein Abrutschen in der Tabelle verursachte. Am Ende der Spielrunde nahm der FC „Germania” den 5. Tabellenplatz ein, nur 4 Punkte hinter dem Tabellenzweiten.

Höhepunkt für den Gesamtverein stellte das 70-jährige Vereinsjubiläum mit einem Sportfest, verbunden mit den 17. Buchener Stadtmeisterschaften vom 14. – 17.06.1991 dar, welches sowohl in sportlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht recht erfolgreich verlief.

Vorausgegangen war dem sportlichen Teil ein Festbankett mit zahlreichen Ehrengästen am 08.06.1991 im Gymnastikraum der Volksschule, bei dem langjährige treue Mitglieder geehrt wurden.

Einen breiten Raum nahm die Festrede des Ehrenmitgliedes Bruno Greulich ein, die eine große Aufmerksamkeit und ein hervorragendes Echo fand. Schon ein Einstieg in die Geschichte des Fußballs, die bis in die Zeit 3000 v. Chr. reichte, als in China schon erstmals der Fußball erwähnt wurde, bis in die neuere Zeit, fand größtes Interesse. Nicht weniger interessant war dann im zweiten Teil der Rückblick in die eigene Vereinsgeschichte. Höhen und Tiefen wechselten  einander ab. Im dritten Teil der Festrede machte Bruno Greulich grundsätzliche Ausführungen zum Sport und unterstrich „Jede Gemeinde lebt nicht nur in ihren politischen Institutionen, sondern sie lebt auch in der Organisation, Vereinen und Verbänden ihrer Bürger“. Weiter führte der Festredner aus, daß Sport in unserer hochentwickelten Zivilisation nicht nur eine Sache des Vergnügens ist, sondern in erster Linie eine soziale, pädagogische und gesundheitspolitische Aufgabe unserer Zeit ist und hier stelle die sportliche Erziehung der Jugend einen wichtigen Bestandteil der Vorbereitung für das Berufsleben dar.

Bruno Greulich hob mit Nachdruck hervor „Sport ist die schönste Freizeitbeschäftigung und der sicherste Wechsel auf die Gesundheit“.

Vermerk des Chronisten

In meiner Festrede zum 70-jährigen Jubiläum des FC „Germania“ habe ich im ersten Teil u.a. einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Fußballs schlechthin gegeben. Um auch den Vereinsmitgliedern und Sportinteressenten die Möglichkeit zu geben, sich über das örtliche Sportgeschehen hinaus zu informieren, habe ich diese Aufzeichnungen zur allgemeinen Kenntnisnahme nachstehend nochmals zusammengestellt:

Sehr verehrte Festgäste, liebe Jugend

Das Fußballspielen ist jünger als man allgemein annimmt und viel älter. So waren ursprünglich zwei Spiele vereinigt. Bei dem einen durfte der Ball nur mit dem Fuß getrieben, beim anderen durften auch die Hände zu Hilfe genommen werden: Fußball oder ,,Soccer" und „Raufball“ oder ,,Rugby". Erst 1863 mit der Gründung der ,,Football II Association" in London (FA) wurden diese beiden Spielarten getrennt, was zugleich die Geburtsstunde des modernen Fußballs bedeutete. Die enge Verwandtschaft dieser beiden Fußballspiele kennzeichnet jedoch die Geschichte des Fußballs in 3 Jahrtausenden.

Die 70 Jahre FC ,,Germania" Bödigheim, eine lange und doch wieder eine kurze Zeit, verblassen fast, wenn ich bei der Vorbereitung dieser Ansprache darauf stieß, daß Fußball schon 3 Jahrtausende v. Chr. in China in der Huan-Dynastie erwähnt wurde. Fest steht, und dies ist auch in einem chinesischen Gedicht besungen, daß ein Spiel namens ,,Ts ,uh-küh", zusammengesetzt aus den Wortzeichen für ,,mit dem Fuß stoßen" (ts ,uh) und ,,Ball" (küh), zum ältesten chinesischen Kulturgut gehört. Als Lehrmeister dieses Spiels, von dessen Regeln nichts bekannt ist, werden wiederholt die ,,nördlichen Barbaren" genannt. Das aber waren ausgerechnet die Hiung-nu oder Hunnen im Norden des riesigen chinesischen Reiches, die im europäischen Geschichtsbewußtsein nicht den besten Eindruck hinterließen.

Weiß man nichts von den Regeln des ältesten chinesischen Fußballs, so kennt man doch dessen Zweck und weitere Entwicklung. Dabei ist zweierlei interessant: Einmal deutet kein einziger Hinweis darauf, daß das Spiel irgendeine kultische Bedeutung gehabt hat, was man bei Ballspielen sehr oft und bei sehr alten Sportarten fast immer findet. Zum anderen wurde das Spiel ganz bewußt zum Training der Soldaten eingesetzt, es gehörte zur militärischen Ausbildung und wurde zunächst auch

ausschließlich von Soldaten gespielt.

Daraus kann man folgende Schlüsse ziehen: es ging bei dem Spiel sicher nicht zimperlich zu, es diente der körperlichen Ertüchtigung, es vermittelte Reaktionsschnelligkeit, taktisches Verhalten, Disziplin und Mannschaftsgeist.

In der Epoche der „TS-in-Dynastie“ bis zum Ende der „Sui-Dynastie“ (221 v. Chr. - 618 n. Chr.) erreichte das Fußballspiel in China den Höhepunkt der Beliebtheit und wurde zum Unterhaltungssport. Erstaunlicherweise verschwand dieses hochentwickelte, viel gelobte und ebenso heftig umstrittene Spiel um das Jahr 900 n. Chr. völlig von der Bildfläche und geriet praktisch in Vergessenheit.

Dafür taucht Fußball im 8. Jahrhundert in Japan auf. Die Japaner gestalten das Spiel zu einer kultischen Zeremonie um, die auf den Tempelbezirk als Schauplatz und den Hochadel als Teilnehmer beschränkt blieb. Das ,,Keman" genannte Spiel wurde von 4-6, in prächtige Kimonos gekleidete Spieler mit viel Würde und Geschicklichkeit dargeboten. Es gibt kein anderes Spielergebnis als das, die Götter günstig zu stimmen. Noch heute pflegen zwei „Kemari-Clubs“ in Kyoto die Tradition dieses Spieles.

Blickt man auf die hochentwickelte Körperkultur der Antike, stehen im Vordergrund die griechischen Stadien und römischen Zirkusarenen, wo sich die Zuschauer an Athleten und Gladiatoren erfreuten. Es gab aber auch damals schon eine lebhafte Ballspieltätigkeit. Der Philosoph Plato schreibt über diese Spiele bereits von einer ,,Ballschlacht" und empfiehlt diese als vormilitärische Übung. Kein anderer griechischer Stadtstaat hat sich diese Empfehlung mehr zu eigen gemacht als die Spartaner. Das Publikum nahm lebhaften Anteil, wenn die Spartaner um des Balles willen übereinander herfielen.

Das Spiel galt als Mannbarkeitsprobe und mußte von jedem Spartaner vor dem Eintritt ins 30. Lebensjahr erfolgreich bestanden werden. Der Spielverlauf dürfte noch am ehesten mit dem heutigen ,,American Football" zu vergleichen sein, der härteren Form des englichen Rugby. Dieses Ballspiel wurde auch von den römischen Leglonären ausgeübt. Sie nannten es ,,Harpastum" und erwähnten es oft im gleichen Atemzug mit dem Ringkampf. Harpastum hatte nicht den rituellen Stellenwert wie das Ballspiel in Sparta, aber die römischen Legionäre verbreiteten es überall in Europa, wo sie hinkamen. So darf Harpastum als der Ahnherr der Ballspiele gelten, die sich im Mittelalter in England, Frankreich, Italien und Deutschlang herausbildeten.

Erste Hinweise auf fußballähnliche Spiele in Europa datieren aus dem Frankreich des 11. Jahrhunderts Choule-Spiele), Massenspiele mit mehr als 100 Personen.

Ähnlich waren die ersten aus England überlieferten Fußballspiele Anfang des 13. Jahrhunderts. 1418 wurde in England der erste lose Fußballclub gegründet, 1555 erschien in Venedig das erste Fußballehrbuch der Welt.

Dieses Spiel oder diese ,,teuflische Kurzweil" wurde wohl von der Kirche gefördert, vom Staat aber immer wieder wegen allzu grober Auswüchse, wenn auch ohne Erfolg, verboten. Englischen Pädagogen kommt das unbestrittene Verdienst zu aus einer ,,teuflischen Kurzweil" ein Erziehungsinstrument - zunächst - gemacht zu haben, woraus schließlich ein Volkssport entstand, für den, wie sich rasch zeigte, in allen Ländern der Welt der Boden schon vorbereitet war.

Den Engländern gebührt also der Ruhm, im vorigen Jahrhundert das modere Fußballspiel (Soccer) - im Gegensatz zu ,,Rugby Football" und ,,American Football" erfunden zu haben, das heute in 133 Ländern die Zuschauer begeistert.

1846 verfassen Studenten der Universität Cambridge die ersten Fußballregeln. Danach besteht eine Mannschaft aus 15-20 Spielern. 1857 wird der erste Fußball-Club der Welt in Sheffield gegründet.

Ganz wichtiger Tag war der 26.10.1863. Delegierte von Universitäten, Schulen und Fußballclubs gründeten in London die Football Association (FA), wo eine strikte Trennung zur Spielart des härteren Rugby erfolgte. Es ist quasi die Geburtsstunde des moderenen Fußballs. 1870 beschränkt die Football Association die Zahl der Spieler einer Mannschaft auf 11.

1875 reist eine Fußballmannschaft der Universität Oxford durch Deutschland und weckt Interesse am Fußball. An mehreren deutschen Universitäten entstehen Fußballmannschaften. Die Querlatte ersetzt das bis dahin übliche Stoffband als obere Begrenzung des Tores.

Sportliche Entwicklung in Deutschland:

Erstmals beim Deutschen Tumfest in München 1885 stehen Fußballspiele auf dem Wettkampfprogramm. 1890 wird als erste Organisationsform in Deutschland in Berlin der ,,Bund Deutscher Fußballspieler" gegründet.

1891 organisierte dieser die erste (inoffizielle) deutsche Fußballmeisterschaft. Sieger wird Germania 1888 Berlin. 1892 löst sich der Bund deutscher Fußballspieler wieder auf.

Am 28.01.1900 erfolgte in Leipzig die Gründung des Deutschen Fußballbundes (DFB). 1903 war die erste Fußballmeisterschaft des Deutschen Reiches VfB Leipzig Meister gegen DfC Prag vor 2000 Zuschauern in Hamburg mit 7:2).

1904 konstituierte sich der Fußballweltverband (Fifa). In den folgenden Jahren erfolgten laufend Ergänzungen, Änderungen, Revisionen der Spielregeln.

1945 schließt die Fifa nach Ende des 2. Weltkrieges Deutschland aus und untersagt jeglichen Spielverkehr mit deutschen Mannschaften.

1950 wird Deutschlang mit Zustimmung der Militärregierung wieder Mitglied der Fifa. 1954 erfolgt die Gründung des europäischen Verbandes (UEFA).

Im Endspiel um die 5. Fußballweltmeiterschaft besiegt Deutschland am 04.07. unter dem fast

legendären Trainer Sepp Herberger die hochfavorisierten Ungarn nach einen 0:2 Rückstand noch 3:2!

Die Welle der Begeisterung in Deutschland war unbeschreiblich. Die Begeisterung und die Faszination Fußball der letztjährigen Weltmeisterschaft in Italien, die wir alle erlebt haben, brauche ich nicht zu beschreiben.

International hat sich der Fußball auch enorm entwickelt und mehrere Wettbewerbe entstehen lassen:

Olympisches Turnier, erstmals 1908, alle 4 Jahre. Weltmeisterschaft, erstmals 1930, alle 4 Jahre in einem Endrundenturnier nach vorh. Qualifikation. Europameisterschaft, seit 1960, alle 4 Jahre

zwischen den Weltmeisterschaften.

Europapokal der Landesmeister, seit 1956, teilnahmeberechtigt alle nationalen Meister. Europapokal-Wettbewerb der Pokalsieger, seit 1961, teilnahmeberechtigt alle nationalen Pokalsieger. Messepokal, seit 1957, Wettbewerb der europäischen Messestädte, seit 1971 als UEFA-Pokal bekannt. Intertoto-Runde (Internationaler Fußballclup) seit 1961; von den europäischen Totogesellschaften

subventionierter Wettbewerb zwischen Vereinsmannschaften verschiedener Länder zur Überbrückung der fußballarmen Sommermonate (Sommerpause).

Südamerikapokal, seit 1960, alle südamerikanischen Mannschaften.

Weltpokal, seit 1960, jährliches Endspiel zwischen dem Europapokalsieger der Landesmeister und dem Sieger des Südamerika-Pokals.

1963 erst Gründung der Bundesliga. Ende der 60-iger Jahre den Vollprofi.

Die Bundesliga ist die höchste Leistungsklasse im deutschen Sport (Fußball). Die einzelnen Spielregeln sind im Bundesliga-Status (Satzung der deutlichen Bundesliga) geregelt.

Der Bundespokal wurde von 1918 - 1933 zwischen Auswahlmannschaften deutscher Länder ausgespielt. Vorläufer war der Kronprinzpokal, Nachfolger der Reichsbundpokal bzw. DFB-Pokal.

1992 wesentliche personelle Veränderungen im Vorstand

Bereits im Februar 1992 verließ Gottfried Wasner nach jahrelanger erfolgreicher Arbeit als Trainer den Verein. Ihm folgte Otmar Keil, der sich für den Verein als Glücksgriff erweisen sollte. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung des FC ,,Germania" am 26.04.1992 im Sportheim kanditierte der bisherige 1. Vorsitzende Görig nicht mehr, so daß es zu einer grundlegend neuen Besetzung der Vorstandschaft kam.

1. Vorsitzender wurde der bereits seit 6 Jahren als Schriftführer amtierende Bernhard Geppert,

2. Vorsitzender blieb Gerd Seitz. Schriftführerin wurde Inge Willmes, Kassenwartin Herta Speierer, Spartenleiter Fußball Rudi Hemberger mit den Beisitzern Otmar Keil und Markus Meder; als Helfer stehen ihnen Volker Paar und Wilfried Fuhry zur Seite. In der Sparte Damengymnastik wurde Herta Speierer und beim Tennis Peter Lerch bestätigt. Bereits am 02.02.92 hatte es bei der Sparte Tennis einen Wechsel in der Führung gegeben. Karl König, der die Sparte seit seiner Gründung am 01.04.1977 mit viel Engagement geleitet hatte, kanditierte nicht mehr. Sein Nachfolger wurde Peter Lerch (Götzingen). Jugenwart blieb Harald Wittwer mit Jugendbetreuer Markus Meder.

Nach den mit Beifall aufgenommenen Wahlen brachte der neue Vorsitzende Bernhard Geppert zum Ausdruck, daß er auf gute Mitarbeit baue. Der Verein habe derzeit über 250 Mitglieder. Sie alle sollten sich einbinden lassen in das Vereinsleben. Die Mitglieder seien den Vereinsgründern schuldig, weiter für den Sport aktiv zu sein. An die jungen Mitglieder und an die Spieler gerichtet sprach Bernhard Geppert die Hoffnung aus, daß der derzeitige Aufwind beim Training kein Strohfeuer sein möge.

Sportlich verlief der Spielrundenbeginn nicht ganz nach dem Wunsch der neuen Vorstandschaft. Nach einer mißglückten Vorrunde konnte die 1. Mannschaft eine erfolreichere Rückrunde hinlegen und konnte nach Rundenabschluß unter 15 Mannschaften den 9. Platz belegen. Auch die Reservemannschaft schloß die Verbandsrunde mit einem Mittelplatz ab. Entsprechend hoffnungsvoll wurde die folgende Verbandsrunde angegangen.

Für das Jahr 1993 wurden verschiedene Aktivitäten geplant und auch verwirklicht. So kam Ende Mai das 5. Bödigheimer Kleinfeldturnier zur Austragung, welches auch in den folgenden Jahren jeweils nach Rundenschluß durchgeführt wurde.

Über die Pfingstfeiertage unternahm der FC ,,Germania" nach langer Zeit wieder einen Jahresausflug nach Zwiesel im Bayrischen Wald, wo sich die erste Mannschaft am traditionellen Pfingstturnier des SV Zwiesel beteiligte. Nach einem 4:0 Sieg im Jahnstadion über den A-Ligisten ESV Crailsheim hatten die Bödigheimer das Endspiel erreicht. Trotz zahlreicher Chancen mußte sich der FC ,,Germania" Bödigheim mit einem 1:0 Sieg über den TSV Behlingen-Ried begnügen. Wegen weiterer Einzelheiten über den Ausflug verweise ich auf die Festschrift 1996 anläßlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums. Schließlich fand Ende August 1993 - mit Beginn der neuen Verbandsrunde - das traditionelle AH-Freunschaftstreffen mit befreundeten Mannschaften aus ,,Nah und Fern" statt.

In diesen Zeitrahmen fielen auch 2 Jubiläen, über die an anderer Stelle der erwähnten Festschrift ausführlich berichtet wird.

So feierte im September 1992 die Sparte Tennis ihr 15-jähriges Bestehen und im Januar 1993 die Sparte Damengymnastik ihr 25-jähriges Bestehen.

Die Verbandsrunde 1993/94 begann recht vielversprechend. Fast die gesamte Vorrunde hindurch konnte der FC ,,Germania" den 1. Platz belegen. In den Wintermonaten gingen jedoch einige Spiele verloren, wodurch der Traum und auch das Ziel vom Aufstieg in die Kreislige-A wieder verflog. Am Ende der Verbandsrunde mußte man sich mit einem 5. Tabellenplatz begnügen.

Sportlicher Höhepunkt dieser Saison war das Abschneiden bei der 20. Buchener Stadtmeisterschaft im Rahmen des 45-jährigen Jubiläumssportfestes des VfL Eberstadt. Erstmals in der Vereinsgeschichte konnte man in das Endspiel einziehen, mußte sich hier jedoch dem Bezirksligisten SV Hettigenbeuern mit 1:4 geschlagen geben, obwohl man auch hier sehr gut mithalten konnte. Am Ende machte sich aber doch der Klassenunterschied bemerkbar. Dieser 2. Platz bedeutete den bisher größten Erfolgt bei diesem beliebten Turnier.

1994 in der Vorstands-Etage alles im Lot:

Bei der am 25.03.1994 im Sportheim abgehaltenen ordentlichen Mitgliederversammlung des FC ,,Germania" wurde den vor 2 Jahren gewählten Amtsinhabern einmütig das Vertrauen ausgesprochen. Dieser Vertrauensbeweis wurde auch beim Punkt ,,Neuwahlen" deutlich. An der Spitze des Gesamtvereins stehen weiter Bernhard Geppert als 1. Vorsitzender und Gerd Seitz als 2. Vorsitzender und die 3 Sparten Fußball, Damengymnastik und Tennis werden geleitet von Rudi Hemberger, Herta Speierer und Ralf Unangst.

1. Vorsitzender Bernhard Geppert erstattete zum Auftakt der Versammlung den Jahresrückblick mit Dank an alle Mitglieder der Vorstandschaft. Anstehende Fragen wurden nach seinen Äußerungen stets offen miteinander beraten und gemeistert. Er knüpfte die Bitte an: Haltet dem Verein die Treue. Hier ging sein Apell besonders an die Einheimischen. Derzeit habe der Verein mehr auswärtige Fußballaktive als Ortsansässige. Lobende Worte fand Bernhard Geppert für die Zusammenarbeit mit der Stadt Buchen. Er erinnerte dabei insbesondere an die von der Stadt im Vorjahr durchgeführte Generalüberholung des Spielgeländes. Derzeit stünden noch Bolzplatzwünsche an. Bei den Aktiven wünschte sich der Vorsitzende noch mehr Trainingsfleiß. Diese Bitte klang auch später bei den Ausführungen von Spartenleiter Rudi Hemberger sowie Trainer Otmar Keil an. Ein kritisches Wort hatte der 1. Vorsitzende auch in Richtung der sehr großen Zahl der Mitglieder: Er hätte sich einen besseren Besuch der Versammlung gewünscht.

Beim Ausblick wies Bernhard Geppert auf das Kleinfeldturnier für Freizeitmannschaften am 28.05.94 und das AH-Turnier am 27.08.94 hin, die unter der Federführung von Gerd Seitz stehen. Erfreuliches gab es bei der Mitgliederzahl zu berichten: Sie stieg im Vorjahr von 264 (171 männlich, 93 weiblich) insbesondere durch das Angebot einer weiteren Damengymnastikgruppe, die von Frauke Kühner geleitet wird, auf nunmehr 296 an. Gutes war beim Bericht der Sparte Damengymnastik durch Spartenleiterin Herta Speierer zu hören.

Auch die Berichte der Sparte Fußball durch Rudi Hemberger und Tennis durch Ralf Unangst wurden aufmerksam zur Kenntnis genommen.

Für die Fußballjugend verlas Markus Meder den von Harald Wittwer verfaßten Bericht. Er beleuchtete die Arbeit in der F-, E- und D-Jugend und ihre Spielgemeinschaften mit Schlierstadt und Zimmern. Seit kurzem gebe es auch eine Gruppe ,,Bambinis", das sind Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren, die man dann ab 1995 in die F-Jugend einbauen kann.

Einen sehr ausführlichen Rechenschaftsbericht konnten die Versammlungsbesucher durch die Kassenwartin Herta Speierer vernehmen. Alle Jahresberichte wurden mit Beifall aufgenommen. Somit gab es auch ein einstimmiges Votum für die von Karl König beantragte Entlastung der Gesamtvorstandschaft.

Karl König, der viele Jahre das Amt des FC-Schriftführers innehatte, hatte auch ein leichtes Amt als Wahlleiter. Alle vorstehend bereits genannten Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Für Inge Willmes, an die Bernhard Geppert herzliche Dankesworte richtete, wurde Wolfgang Hautzinger einstimmig als Schriftfüher gewählt. Die genannten Spartenleiter wurden in der Mitgliederversammlung ebenfalls einmütig bestätigt.

Bei der Damengymnastik stehen nach der Gründung einer weiteren Gruppe mit Frauke Kühner als Ansprechpartner Petra Hautzinger und Katrin Löhlein zur Verfügung.

Bei der Sparte Fußball stehen Rudi Hemberger weiter Otmar Keil und Dieter Lisjatzki zur Seite. Neu zu wählen war ein Jugendwart, da Harald Wittwer wie auch Markus Meder aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen. Zur Freude der Mitglieder und des Vorstandes stellte sich Günter Willmes zur Verfügung. Unterstützt wird er in seiner Arbeit von Harald Wittwer, Markus Meder, Gerhard Röderer und Heiko Kühner.

Als Ausschußmitglied wurde Wigbert Heyder im Amt bestätigt und neu gewählt wurde Rolf Wörz.

Der Wille zu weiterem kameradschaftlichen und harmonischen Miteinander wurde auch zum Schluß der Versammlung deutlich, als das alte Bödigheimer Vereinslied angestimmt wurde: ,,Weiß-schwarz-weiß sind unsere Farben" mit der Schlußaufforderung: ,, Drum ihr Bödigheimer Fußballspieler haltet den Verein in Ehren daß er blühe fort".

Für die Verbandsspielrunde 1994/1995 war von der Vereinsführung ein vorderes Mittelfeld als gestecktes Ziel gegeben. Man verstärkte sich mit den Neuzugängen Michael Breunig und Björn Helbig, Letzterer war bereits bei der 20. Buchener Stadtmeisterschaft sehr erfolgreich. Man setzte sich gleich zu Beginn der Runde an die Tabellenspitze und behauptete diese bis zum 6. Spieltag, wo man in Ballenberg über ein 1:1 nicht hinauskam.

Es begann wieder die für den FC ,,Germania“ problematische Phase: Schlechter Trainingsbesuch, mehrere verletze Spieler, somit ein Abrutschen in der Tabelle. Nach der Winterpause konnte man erst wieder Tritt fassen und die Spielrunde mit einem 6. Tabellenplatz mit positivem Punktestand beenden. Zur Pflege der Kameradschaft diente die bereits obligatorische Rundenabschlußfeier und der Anfang Juni 1995 durchgeführte Vereinsausflug in die Rheinmetropole Köln und Düsseldorf in der ansonsten etwas enttäuschenden Saison.

Die Verbandsrunde 1995/96 stand ganz im Zeichen unseres 75-jährigen Vereinsjubiläums. Durch eine gezielte Verstärkung - man konnte 6 Neuzugänge verzeichnen - wollte man im Jubiläumsjahr bei der Vergabe der Meisterschaft ein Wörtchen mitreden. Um so ernüchternder war allerdings der Saisonauftakt. Gegen den Mitfavoriten Hirschlanden wurde auf eigenem Platz 0:3 verloren, obwohl man ein gutes Spiel ablieferte. In den weiteren 8 Spielen wurde nicht verloren. Anfang November begann der schon mysteriöse Einbruch: Die 1. Mannschaft mußte bis zu 8 Spieler verletzungsbedingt ersetzen. Einer Reihe von Niederlagen folgte ein völliges Erliegen der Trainingsarbeit mit der Folge, daß Otmar Keil nach über 4-jähriger Trainingsarbeit sein Amt als Trainer zur Verfügung stellte; in unserem aktiven Spieler Björn Helbig hatte er aber bereits einen Nachfolger. Die neue Zielvorgabe lautete nun: Aufbau einer starken Mannschaft für die Saison 1996/97 mit der Hoffnung, diese besser zu meistern und zu beenden.

Am 23.03.1996 fand im Sportheim die turnusmäßige Mitgliederversammlung des FC ,,Germania" statt. Sie verlief in kameradschaftlicher Atmosphäre und hatte 2 Hauptgliederungen: Die Jahresberichte der Vorstandschaft und die Wahl einer neuen Vorstandschaft auf 2 Jahre. Zum einen gab es für die vorgetragenen Berichte zustimmende Aufnahmen mit Beifall und zum anderen wurde bei den Neuwahlen das Vertrauen in die Vereinsführung mit ihren 3 Sparten deutlich offenkundig bei durchweg einstimmigen Wahlergebnissen. Mit solchen Ergebnissen kann die Vereinsfürung nicht nur Richtung Jubiläumsfeier gehen, sondern auch an die Arbeit für die nächsten beiden Vereinsjahre.

In die positive Aufnahme der Bekanntgabe der Niederschrift aus der vorjährigen Mitgliederversammlung durch den Schriftführer, der Jahresberichte des 1. Vorsitzenden sowie der Spartenleitungen Fußball, Damengymnastik und Tennis, einer sachlichen Aussprache zu den Berichten, bei der auch Dank für alle verantwortliche Leistungsarbeit offenkundig wurde und dem positiven Bericht der Kassenprüfer war es eine logische Folge, daß der einstimmigen Entlastung der Gesamtvorstandschaft nichts im Wege stand, was auch mit Beifall unterstrichen wurde.

Die einzelnen Rechenschaftsberichte wurden von den Teilnehmern sehr aufmerksam verfolgt. Im Bericht des 1. Vorsitzenden wurde hervorgehoben, daß das besondere Augenmerk aber nach wie vor der Jugend gelte. Sie sei die Zukunft des Traditionsvereins und dann galt schon vor den Wahlen besonderer Dank Otmar Keil, der sich bereit erklärt habe zur Übernahme des Amtes des Jugendleiters. Otmar Keil bringt viel Erfahrung mit für dieses verantwortungsvolle Amt.

Im Bereich zur Sparte Damengymnastik durch die Leiterin Herta Speierer wurde vermerkt, daß die Sparte erfreulicherweise sehr stark gewachsen sei und sich derzeit in 3 Gruppen unterteile: die Gruppe ,,Mutter und Kind" unter Leitung von Gudrun Bauer, die Gruppe mit jüngeren Frauen steht unter der Leitung von Frauke Kühner in der speziellen Abteilung ,,fit und gesund", wobei die Teilnehmerzahlen laufend steigen. Frauke Kühner, der besonderer Dank galt, hatte sich einer besonderen Ausbildung an der Badischen Sportschule unterzogen und so dem FC ,,Germania" den ,,Pluspunkt Gesundheit" gebracht. Die Prädikatsurkunde wurde im Januar 1996 im Auftrag der Präsidentin des Deutschen Turnerbundes und des Badischen Turnerbundes durch das Vorstandsmitglied des Main-Neckar-Tumgaues, Roswitha Hajek, überbracht. Der FC ,,Germania" Bödigheim ist der erste Verein im Gebiet der Stadt Buchen, der vom Deutschen Turnerbund mit dem Prädikat ,,Pluspunkt Gesundheit DTB" ausgezeichnet wurde.

Das Prädikat würdigt die hervorragenden Leistungen im Bereich Gesundheitssport und qualifizierte Vermittlung gesundheitsfördernder Bewegungsangebote des FC ,,Germania" Bödigheim an seine Mitglieder. Im Prädikat ,,Pluspunkt Gesundheit" wird zum Ausdruck gebracht, daß der Verein die vom Deutschen Turnerbund aufgestellten Kriterien für gesundheitsorientierte Vereinsangebote erfüllt und dies in Prüfungen nachgewiesen habe. Das Prädikat muß jährlich erneuert werden. Neben den beiden genannten Gruppen besteht seit über 2 Jahrzehnten die Gruppe der Gymnastikdamen unter der bewährten Leitung von Gertrud Friedrich.

Bei der Sparte Tennis liegt nach den Ausführungen von Spartenleiter Rolf Unangst derzeit der Schwerpunkt bei den Erweiterungsarbeiten der Tennisanlage.

Rudi Hemberger, Spartenleiter Fußball, ging in seinen Darlegungen sowohl auf den Spielbetrieb wie den Übungsbetrieb ein.

Der Bericht der Fußballjugend war von Harald Wittwer verfaßt, der am Kommen verhindert war. Vor 2 Jahren schloß sich die FC-Jugend der Spielgemeinschaft Waldhausen/Heidersbach/ Großeicholzheim/Seckach an. Die E-Jugend spielt in Bödigheim und steht unter der Leitung von Harald Wittwer. Die jüngsten Kicker gehören der Bambinigruppe an, deren Leitung Gerhard Röderer hat. Gewohnt ausführlich war der Kassenbericht von Herta Speierer.

Neuwahlen:

Bei den durchgeführten Neuwahlen hatte das Ehrenmitglied Bruno Greulich ein leichtes Amt als Wahlleiter. Die bewährte Vorstandschaft wurde von den Versammlungsteilnehmern wieder gewählt und wie bereits vorher erwähnt, mit Vertrauen bedacht, so daß die Gesamtvorstandschaft sich nunmehr folgendermaßen zusammensetzt:

Bernhard Geppert (1. Vorsitzender), Gerd Seitz (2. Vorsitzender), Wolfgang Hautzinger (Schriftführer), Herta Speierer (Kassenwart), Rudi Hemberger (Sparte Fußball) in Zusammenarbeit mit den Beisitzern Mathias Hautzinger, Otmar Keil und Bernd Kühner, Herta Speierer (Sparte Damengymnastik), Ralf Unangst (Sparte Tennis), Otmar Keil (Fußball-Jugendleiter). Als Zeugwart amtiert in bewährter Weise Gerd Seitz. Ebenso bestätigt wurden die beiden Kassenprüfer Siegfried Rohm und Heinrich Welser. Als Ausschußmitglieder amtieren zusammen Wigbert Heyder, Ralf Müller, Volker Paar und Thomas Wörz. Der alte und neue FC-Vorsitzende Bernhard Geppert stellte anschließend fest, daß der FC ,,Germania" der größte Bödigheimer Verein sei und im Jubiliäumsjahr 292 Mitglieder (115 weiblich, 177 männlich) habe. Wenn alle ihr Scherflein beitragen, könne man mit der neuen Vorstandschaft mit Zuversicht in die Zukunft blicken.

Auf dem sportlichen Sektor konnte die 1. Mannschaft die zum Jubiläumsjahr in sie gesetzten Erwartungen nicht voll erfüllen. Die Verbandsrunde wurde mit dem 9. Tabellenplatz und einem Positiven Torverhältnis beendet.

Die Vorstandschaft und die Spieler konnten sich so voll auf das 75-jährige Vereinsjubiläum und die damit verbundene 20. Buchener Stadtmeisterschaft konzentrieren.

Zur Statistik:

Der FC ,,Germania" Bödigheim hat zur Zeit 292 Mitglieder (115 weibliche und 177 männliche), 2 Seniorenmannschaften, eine AH-Mannschaft und Jugendspieler, die in Spielgemeinschaften untergebracht sind. Desweiteren gehören dem Verein noch die Sparten Damengymnastik mit 3 Gruppen und die Sparte Tennis an. Als aktiver Schiedsrichter war Richard Müller von 1958 -1980 für den Verein tätig. Ebenfalls als Schiedsrichter war noch Gerd Seitz 15 Jahre für den Verein unterwegs. Ernst Brenner war nach seiner aktiven Laufbahn noch von 1950 - 1955 im Einsatz.

Damenhandball-Mannschaft von 1945 - 1948:

Nicht unerwähnt bleiben darf, daß der FC ,,Germania" neben seiner aktiven Fußballmannschaft im Jahre 1946 -1948 eine Damenhandball-Mannschaft unterhielt, die jeweils Freundschaftsspiele gegen die Mannschaften aus Seckach, Buchen, Walldürn, Mudau, Großeicholzheim,

Osterburken, Sennfeld, Oberschefflenz, Altheim und Adelsheim bestritt. Im 1. Spieljahr wurden 5 Spiele gewonnen, 3 Spiele verloren und 1 Spiel endete unentschieden. Im 2. Spieljahr wurden 4 gewonnen, 4 verloren und 3 endeten unentschieden.

Nach dem einzigen, noch kursierenden offiziellen Bild vom Kirchweihsonntag (17.10.1947), das die Bödigheimer Handballerinnen gegen Osterburken mit 1:0 gewannen (Torschützin war Irma Kellenberger-Kühner), gehörten zum damaligen Spielerkreis:

Lore Unangst, Susi Böser, Mizzi Zaremba (Reuschling), Ruth Hemberger (Greulich), Liselotte Heyder (Demel), Lotte Hemberger (Boß), Irma Kellenberger (Kühner), Erna Kamp (Jordan), Marga Häffner (Eberle), Irma Walter (Hennig, wohnhaft Halle), Ruth Walter (Lang), Trudel Klingmann (Nohe), Charlotte Jurkewitz, Irma Wolfstädter, Steffi Hannes, Toni Hannes und Helga Tesseraux (Bild siehe Festschrift 1991).

Tischtennis:

In Erinnerung sollte man auch die Tischtennis-Abteilung rufen, die im Herbst 1964 durch den Initiator, Lehrer M. Schreiber, ins Leben gerufen wurde. Spartenleiter war Erich Mosch. Aktiv waren 2 Herren, 1 Damen- und 1 Jugendmannschaft. Herausragende Spielerin war Angelika Hautzinger, die ohne Konkurrenz mehrmals Kreismeister wurde. 1965 wurde sie sogar dreifacher Odenwaldmeister (Einzel-, Doppel- und Mixed).

Erfolgreicher Spieler war auch Günter Jordan. Er wurde 2 mal Kreismeister im Einzel und im Doppel mit Peter Wörz. Bei den Odenwaldmeisterschaften erreichte er je den 2. Platz im Einzel und Doppel (zweimal).

1974 - 1976 gab es dann nochmals eine Tischtennis-Abteilung, in der Spieler wie Günter Jordan, Rudi Hemberger, Peter Wörz, Wolfgang Schimpf, Günter Flick, Arno Wittwer, Ernst Urban (verstorben) und Hans Erich Mosch standen. Auch in diesem Zeitraum spielte die Mannschaft recht erfolgreich an der Platte. Diese Abteilung wurde 1976 wegen Spielermangel wieder aufgelöst.

Damengymnastik:

Im Januar 1969 ging ein langgehegter Wunsch von vielen sportbegeisterten Frauen in Erfüllung. Man gründete eine Gymnastikabteilung und hatte auf Anhieb 66 Mitglieder. Als Üblungsleiterin konnte Hilde Schweizer aus Buchen gewonnen werden.

Zu den noch aktiven Gründungsmitgliedern gehören:

Waltraud Bauer, Anita Brenner, Elisabeth Dörsam, Gertrud Friedrich (Übungsleiterin seit September 1974), Siglinde Görig, Elfi Hack, Doris Hovemann, Gusti König (Spartenleiterin von 1976 – 1984), Ingrid Kühner, Ruth Lang, Brigitte Ludwig, Herta Lux, Erika Mosch, Ingrid Müller, Elsbeth Stein, Helma Stöhr, Herta Speierer (seit 1984 Spartenleiterin), Lucia Schuster, Aranka Unangst und Hella Welser (stellv. Spartenleiterin seit 1978). Erste Spartenleiterin war Christa Schlie, Stellvertreterin Trudel Nohe. Spartenleiterin von 1970 - 1976 war Elfriede Melber.

Höhepunkt der bisherigen Tätigkeit der Damen-Gymnastikabteilung dürfte die Einberufung zum Gymnastikseminar nach Karlsruhe durch die Landestumwartin und die Vorführung der Keulengymnastik mit Musikbegleitung beim KTV Karlsruhe im Rahmen seines 125-jährigen Jubiläums im Frühjahr 1971 gewesen sein.

Im Laufe der Jahre gab es ein ständiges Kommen und manchmal ein Gehen, teils aus Krankheitsgründen, teils aus persönlichen Gründen. Leider mußte auch Übungsleiterin Hilde Schweizer im Jahre 1974 den FC verlassen. Nahtlos übernahm Gertrud Friedrich das gewiß nicht leichte Amt und ist bis heute als Übungsleiterin, dies schon seit 22 Jahren, tätig.

Wegen der Entwicklung der FC-Gymnastikabteilung und der Aktivitäten der einzelnen Gruppen darf ich auf meine Ausführung zur Mitgliederversammlung 1996 Bezug nehmen, insbesondere aber auf die ausführlichen Berichte hierzu in den Festschriften zu den Jubiläumsfesten 1991 und 1996.

Ehrenmitglieder:

Für besondere Verdienste um den FC ,,Germania" Bödigheim wurden zahlreiche Personen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Diese Ehrung erfuhren auch die anläßlich des 60-jährigen Vereinsjubiläums noch lebenden Gründungsmitglieder. Es sind dies im einzelnen: Hermann Müller (seit 1961), Walter Freudenberger (seit 1970), Bruno Greulich (seit 04.06.1981) Christian Bäuerlein, Karl Bäuerlein, Ernst Eberle und Ludwig Unangst (1961 noch lebende Gründungsmitglieder Ehrenmitglieder seit 04.06.1981), Ernst Brenner (seit 04.06.1986), Karl Schimpf (seit 04.03.1988) und Sylvester Schneider (seit 14.10.1994).

Jugendarbeit:

Ab 1989 konnte man eine Wiederbelebung der Jugendarbeit feststellen. Als gute Lösung hat sich die Bildung von Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen herausgestellt. Bernhard Geppert und Harald Wittwer haben sich hier besonders um die Jugendsportler bemüht. Dies kam auch in seiner Erklärung als 1. Vorsitzender anläßlich der Generalversammlung am 23.03.1996 zum Ausdruck, daß das besondere Augenmerk nach wie vor der Jugend gelte; sie sei die Zukunft des Traditionsvereins.

Auf die ausführlichen Berichte über die Jugendarbeit und die Entwicklung der einzelnen Jugendmannschaften darf ich auf die Festschriften zu den Jubiläumsfesten 1991 und 1996 verweisen.

Ausblick:

Als Chronist mit der Geschichte des FC ,,Germania", dem wechselvollen Auf und Nieder, mit den Höhen und Tiefen konfrontiert und vertraut, darf ich an alle Mitglieder appelieren, dem Verein die Treue zu halten. ,,Allein erreichen wird nichts, gemeinsam sind wird stark". Daher auch die Bitte an den amtierenden Vorstand, die Vereinstätigkeit und den Gemeinschaftsgeist zu erhalten, zu fördern und weiter zu aktivieren. Die Kontakte und Begegnungen, die in den 75 Jahren der Vereinsgeschichte mit den Nachbargemeinden und Städten stattgefunden haben, Begegnungen, die oft zu Freundschaften geführt haben, mögen auch in Zukunft gepflegt und ausgebaut werden.

Der gewählte Vorstand möge in seinem Bemühen nicht ruhen, immer neue Wege zu finden und den jungen Menschen, aber auch der mittleren Generation Gelegenheit zur aktiven körperlichen Betätigung zu bieten, wobei die ältere Generation (Senioren) nicht ausgeschlossen sein soll.

Bruno Greulich, im Dezember 1996. (Chronist)

Fortführung der Chronik durch den 1. Vorsitzenden Bernhard Geppert

75 Jahre FC „Germania“ Bödigheim gebührend gefeiert

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte stellte das Jahr 1996 dar, welches ganz im Zeichen des 75-jährigen Bestehens des FC „Germania“ Bödigheim stand. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Festbankett, welches am Freitagabend, den 31. Mai im Gymnastiksaal der Grundschule abgehalten wurde. Hierbei konnte der 1. Vorsitzende Bernhard Geppert neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Gesellschaft zahlreiche Vereinsvertreter der umliegenden Nachbarvereine begrüßen. Einen Höhepunkt stellte die Ehrung von insgesamt 49 Vereinsmitgliedern für 15-, 25-, bzw. 40-jährige Treue zum Verein dar. Vor Beginn des Festbanketts hatte die Vorstandschaft auf dem Friedhof einen Kranz zu Ehren der verstorbenen Mitglieder niedergelegt.

Den sportlichen Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete das Sportfest, verbunden mit den 22. Buchener Stadtmeisterschaften, welches vom 7.-10.Juni durchgeführt wurde. Das gute Wetter während der gesamten Festtage lockte zahlreiche Gäste aus Nah und Fern an. Neben guter Unterhaltung an den vier Abenden - es war für alle Altersgruppen etwas geboten – konnten die Fußballfreunde auch interessante Spiele auf dem Rasen verfolgen. Das Endspiel und somit den Titel des 22.Stadtmeisters des Gesamtstadt Buchen gewann der TSV Buchen.

Aufgrund eines großen finanziellen Erfolges – einmal von der sehr hohen steuerlichen Belastung abgesehen – konnte am Freitag, den 28.Juni ein entsprechendes Helferfest durchgeführt werden.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wurde am 14.September das traditionelle AH-Freundschaftstreffen durchgefürht, an welchem sich zehn befreundete AH-Mannschaften beteiligten.

Nach 21 Jahren wieder A-Klasse

Paralell zu den Jubiläumsfeierlichkeiten wurden die Planungen für die kommende Verbandsrunde vorgenommen. Während drei Spieler unseren Verein verließen, konnten wir zehn Neuzugänge verzeichnen, was zu Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison Anlass gab. Somit konnte Björn Helbig, der weiterhin als Trainer fungierte, zahlenmäßig aus dem Vollen schöpfen. Bei gutem Trainingsbesuch blieb auch der Erfolg nicht aus. Stand man zur Winterpause noch auf dem 4.Tabellenplatz, konnte man die Runde als Tabellenzweiter beenden, was zu einem Relegationsspiel gegen den Tabellenvorletzten der A-Klasse berechtigte. Da man dieses Spiel nach einer kämpferisch guten Leistung vor einem zahlreichen Publikum auf dem Sportplatz in Götzingen mit 3:1 für sich entscheiden konnte, gelang nach 21 Jahren wieder ein Aufstieg in die A-Klasse. Dieser wurde unmittelbar nach dem Spiel bis in die Morgenstunden im Bödigheimer Sportheim gefeiert. Mit dieser spontanen Aufstiegsfeier konnte erstmals der neu errichtete Vorbau zwischen Sportheim und Spielfeld genutzt werden.

Nach jahrelangen Planungen konnte mit dem Gewinn aus dem Jubiläumssportfest dieses ca. 30.000,-DM teure Projekt endlich verwirklicht werden. Mit dem 8. Bödigheimer Kleinfeldturnier, welches sich nahtlos an die Aufstiegsfeier anschloss, wurde diese größte vereinsinterne Baumaßnahme in der Geschichte des FC „Germania“ Bödigheim offiziell eingeweiht.

Beendet wurde die Verbandsrunde 1996/97 mit einem dreitägigen Ausflug nach Chemnitz, der Geburtsstadt unseres Spielertrainers Björn Helbig. Alle Teilnehmer/innen werden diesen Ausflug in guter Erinnerung behalten, auch wenn das Freundschaftsspiel gegen Björns ehemaligen Stammverein  IFA Chemnitz mit 0:1 verloren ging.

Sparte Tischtennis wiedergegründet

Neben den fußballerischen Erfolgen gab es 1997 eine weitere vielversprechende Entwicklung: nach 25 Jahren konnte im Sommer auf Initiative von Heiko Kühner wieder eine Sparte Tischtennis ins Leben gerufen werden. Mit einer guten Mannschaft, bestehend aus Routiniers wie Rudi Hemberger, Günther Jordan und Peter Wörz sowie einigen talentierten Nachwuchsspielern wie Heiko Kühner, Gunther Röderer und Jörg Brossmann, konnte innerhalb von zwei Spielrunden von der C-Klasse bis in die A-Klasse aufgestiegen werden. In diesen beiden Jahren wurde man auch jeweils Pokalsieger des TT-Kreises Buchen. Die Sparte Tischtennis wird von Heiko Kühner sehr umsichtig geführt.

Kampf gegen den Abstieg

Das im September 1997 durchgeführte AH-Freundschaftstreffen wird in Zukunft als FC-Freundschaftstreffen bezeichnet, da einerseits immer weniger AH-Mannschaften gefunden werden können, dafür aber erfreulicherweise Jugendmannschaften einspringen.

Nachdem Björn Helbig eine Rückkehr nach Chemnitz für das Jahr 1998 geplant hatte, wurde mit Bernd Kühner, unserem bisherigen Torwart, ein neuer Spielertrainer verpflichtet. Die anfängliche Euphorie – nach zwei Spieltagen belegte man den 4.Tabellenplatz – wich allmählich dem Realitätssinn. Mit einem 9.Tabellenplatz zur Winterpause lag man bei der Zielsetzung „Klassenerhalt“ im Soll. Nach einer schwachen Rückrunde konnte mit einem 11.Platz der direkte Abstieg gerade noch verhindert werden. Dass die anfängliche Begeisterung über den Aufstieg in die A-Klasse recht schnell verblasst war, wurde durch die schwache Beteiligung am Ausflug der 1.Mannschaft nach Kufstein - unter den 18 Teilnehmern befanden sich lediglich fünf Aktive – belegt.

Bei den im April 1988 durchgeführten Neuwahlen kam es zu einer Neubesetzung des Jugendleiters: auf Otmar Keil folgte Günther Baumbusch. Im Rahmen dieser Generalversammlung konnte Vorsitzender Bernhard Geppert zwei verdiente Funktionäre zu Ehrenmitgliedern ernennen: Karl König und Rolf Unangst.

Das 9.Kleinfeldturnier, welches traditionell nach dem Pfingstwochenende durchgführt wurde, hatte zwar mit 16 teilnehmenden Mannschaften eine optimale Besetzung, von der wirtschaftlichen Seite konnte das Niveau des letzten Jahres jedoch nicht erreicht werden.

 

Sparte Tennis macht sich selbständig

Nach reiflichen Überlegungen trennte sich zum 1.Juli 1988 die Sparte Tennis aufgrund der enormen Besteuerung vom FC „Germania“ Bödigheim. Die Vorstandschaft wünschte dem „neuen“ Verein für die Zukunft alles Gute und viele sportliche Erfolge.

Knapp dem Abstieg entkommen

Die Verbandsrunde 1998/99 begann wenig verheißungsvoll, obwohl kein Spieler den Verein verlassen hatte. Dem schwachen Trainingsbesuch folgten entsprechende Leistungen bei den Verbandsspielen, wodurch man zeitweise bis auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte. Hinzu kam, dass Björn Helbig während der Winterpause wieder in seine alte Heimat Chemnitz zurückkehrte. So konnte als kleiner Hoffnungsschimmer die Auflösung des TTSC Buchen angesehen werden. Einerseits stand damit ein erster Absteiger fest, andererseits wechselten zunächst drei , später vier weitere Aktive des TTSC Buchen zum FC „Germania“. Trotz dieser personellen Verstärkung musste man sich am Rundenende mit dem vorletzten Tabellenplatz begnügen und entkam somit wieder nur knapp dem Abstieg in die B-Klasse.

10.Bödigheimer Kleinfeldturnier

Mitte Juni fand das 10. Bödigheimer Kleinfeldturnier statt. In Erinnerung an die Anfänge dieser beliebten Veranstaltung wurde eine Gruppe mit nur einheimischen Mannschaften gebildet, die um einen Wanderpokal spielten. Eine zweite Gruppe, bestehend aus gemischten bzw. auswärtigen Mannschaften, spielte wie bereits in den vergangenen zwei Jahren um ein Preisgeld von zusammen 400,-DM. Fest- und Spielbetrieb begannen erstmals bereits am Freitagabend. Als weitere Neuerung wurde ein Bierwagen aufgestellt.

Das erste Juliwochenende stand ganz im Zeichen des erstmals in Bödigheim stattfindenden Gesamtjugendturniers der Spielgemeinschaft Bödigheim, Großeicholzheim, Heidersbach, Seckach und Waldhausen. An dem Turnier beteiligten sich ca. 50 Jugendmannschaften aus Nah und Fern. Leitung und Organisation lag in den Händen des Jugendleiters Günther Baumbusch.

30 Jahre Damengymnastik

Im Jahre 1999 konnte die Sparte Damengymnastik auf ihr 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Hierzu fand bereits im Januar im Reservistenheim eine ansehnliche Feier statt, bei welcher Highlights aus den vergangenen 30 Jahren in humorvoller Weise präsentiert wurden. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete am 14.Januar 2000 die Ehrung von Gertrud Friedrich für „25 Jahre Übungsleiterin“

Anders als im vergangenen Jahr startete man recht vielversprechend in die neue Verbandsrunde 1999/2000. Zunächst konnte in der Pokalrunde gegen zwei Beziksligamannschaften gewonnen werden, ehe man am dritten Vertreter dieser Liga scheitere. In der A-Klasse belegte man zur Winterpause den 5.Rang, was für den weiteren Verlauf hoffen ließ.

Generalversammlung 2000 bringt personelle Veränderungen

Nachdem Rudi Hemberger bereits im Sommer 1999 aus gesundheitlichen Gründen die Spartenleitung Fußball niedergelegt hatte und Gottfried Wasner dieses Amt bis zur nächsten Generalversammlung kommisarisch leitete, konnte mit Günther Baumbusch ein Nachfolger gefunden werden. Auf der am 11.März 2000 stattfindenen Mitgliederversammlung gab es weitere Veränderungen in der Vorstandschaft. Erstmals wurde mit Frauke Kühner neben Gerd Seitz eine zweite stellvertretende Vorsitzende gewählt. Da Herta Speierer nicht mehr als Kassenwartin sowie als Leiterin der Sparte Gymnastik zur Verfügung stand, mussten auch diese beiden Positionen neu besetzt werden. Zum neuen Kassenwart wurde Horst Bauch, zur Spartenleiterin Gymnastik Hella Welser gewählt. Die Nachfolge von Günther Baumbusch als Jugendleiter trat Arndt Mackert an. Festausschussmitglieder blieben weiterhin Thomas Wörz und Rainer Tunkl, unterstützt von Zsolt Ribansky. Da Gerd Seitz aus gesundheitlichen Gründen die Aufgabe des Platzwartes nicht mehr ausüben konnte, übernahm Helmut Müller dieses Amt, bei welchem er von Ewald König und Gerd Seitz unterstützt wurde.

Sporthallenbau erfüllt langersehnten Wunsch

Nach dem Spatenstich im November 1999 war das Jahr 2000 geprägt vom Errichten der neuen Sporthalle. Ab September begann der Innenausbau, wodurch auch das Sportheim sowie die sanitären Einrichtungen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, da alle Installationen neu verlegt werden mussten. Hierdurch war auch der Spielbetrieb betroffen, da zeitweise das Duschen als auch das Heizen nicht gewährleistet war. Ebenso konnte über Monate das Sportheim nicht genutzt werden. Am Ärgerlichsten war jedoch die Tatsache, das der erst 1997 aus Vereinsgeldern errichtete Vorbau ohne Rücksprache mit dem Verein einfach abgerissen wurde. Nach Rücksprache wurde bekannt, das dieser für den Verein so wichtige Vorbau nicht mehr aufgestellt werden solle, da er optisch nicht in das Gesamtbild der neuen Halle passen würde. Nach energischem Intervenieren durch den 1.Vorsitzenden bei Bürgermeister Dr. Brötel sicherte dieser zu, dass der Vorbau wieder aufgestellt werden würde. Wie wichtig dieses Vordach für kleinere Feste ist, zeigte sich beim FC-Freundschaftstreffen im September 2000, als durch schlechtes Wetter und das fehlende Vordach bedingt nur wenige Zuschauer den Weg zu unserem Sportgelände fanden.

Im Frühjahr 2001 waren Flies- und Installationsarbeiten angesagt. In Verantwortung des FC „Germania“ wurden sowohl die bestehenden Umkleide- und Duschräume als auch die sanitären Anlagen der neuen Sporthalle durch Vereinsmitglieder aller Bödigheimer Vereine gefliest. In ca. 1000 Arbeitsstunden taten sich hierbei neben dem Vereinsvorsitzenden Bernhard Geppert besonders Engelbert Flicker als Fliesenleger, Helmut Müller als Installateur und Ewald König als Handlanger hervor. Diese vier erbrachten über die Hälfte der Arbeitsstunden, während  insgesamt 27 Helfer im Einsatz waren.

Die Einweihung der neuen Sporthalle erfolgte am 13.Juli 2001. FC-Vorsitzender Bernhard Geppert sprach das Grußwort für die Bödigheimer Vereine und merkte an, dass das über 25 Jahre lange Warten sich gelohnt habe: endlich verfüge man über eine schöne funktionelle Sporthalle, die sicherlich entsprechend genutzt werden wird.

Das Jubiläumsjahr 2001

a. Verbandsrunde 2000/2001

Mit einer neu formierten Mannschaft – alle türkischen Spieler hatten wegen der Neugründung einer türkischen Mannschaft in Buchen unseren Verein verlassen – wurde in die Verbandsrunde gestartet. Zur Winterpause konnte ein beruhigender 9.Tabellenplatz belegt werden. Der Einbruch erfolgte wieder im Frühjahr 2001: das erste Spiel gegen Erfeld/Gerichtstetten ging buchstäblich in der letzten Minute mit 2:3 verloren, nachdem man bis zur 89 Minute noch geführt hatte. In Folge fand kaum noch ein geregeltes Training statt und ein Abrutschen in der Tabelle war die Konsequenz. Die Verbandsrunde schloss man als Vorletzter und entging somit wieder nur knapp dem Abstieg in die B-Liga. Bernd Kühner stellte nach fast fünfjähriger Trainertätigkeit sein Amt zur Verfügung. Mit Harry Pemmerl aus Altheim konnte ein qualifizierter Nachfolger gefunden werden, was jedoch einen finanziellen Mehraufwand zur Folge hatte.

 

b. Jugendarbeit

Jugendleiter Markus Meder konnte auf sagenhafte 74 Kinder und Jugendliche zurückgreifen. Allein bei den Bambinis tummelten sich zum Teil 27 Kinder. Mit einer eigenen E-Jugend und zwei F-Jugendmannschaften konnte an den Spielrunden teilgenommen werden. Ab der D-Jugend spielte man weiterhin in einer Spielgemeinschaft mit Seckach, Großeicholzheim und Heidersbach. Markus Meder standen insgesamt neun Trainer und Betreuer zur Seite - so viele gab es in Bödigheim noch nie.

 

c. 80 Jahre FC „Germania“ Bödigheim

Das Jubiläumssportfest fand vom 15.-18. Juni 2001 statt. Neben zahlreichen Fußballspielen konnte mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm aufgewartet werden. Alle Altersgruppen hätten auf ihre Kosten kommen können, wenn sie nur zahlreicher erschienen wären. Besonders die Beteiligung der Bödigheimer lies zu wünschen übrig. So konnte auch nicht an den wirtschaftlichen Erfolg von 1996 angeknüpft werden. Nach Abzug aller Ausgaben verblieben gerade einmal 1500.-DM an Gewinn übrig – fünf Jahre zuvor waren es ca. 25.000.-DM.

Beim Festbankett am Sonntagmorgen im Festzelt konnte der 1.Vorsitzende neben dem Bürgermeister der Stadt Buchen Dr Achim Brötel und dem Fußballkreisvorsitzenden Klaus Zimmermann auch die Bundestagsabgeordnete Brigitte Adler begrüßen. Das Ehrenmitglied Ernst Brenner konnte wieder mit einigen seiner Episoden aus vergangenen FC-Tagen die Festgäste erheitern, ehe Klaus Zimmermann einige Verbandsehrungen vornahm. Für über zehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit auf Verbandsebene wurden Herta Speierer, Rudi Hemberger sowie Bernhard Geppert, für über 20-jährige ehrenamtliche Tätigkeit Gerd Seitz geehrt.

 

Das Vereinsjahr 2002

Auf einer gut besuchten Generalversammlung am 09.März gab es geringe Veränderungen in der Vorstandschaft. Frauke Kühner trat aus beruflichen Gründen von ihrem Amt als 2.Vorsitzende zurück. Weiterhin wurde Günther Baumbusch durch Arndt Mackert als Spartenleiter Fußball ersetzt. Bei den Ausschussmitgliedern gab es mit Axel Wörz, Marcus Heckmann und Wolfgang Schimpf eine komplette Neubesetzung. Mit 402 Vereinsmitgliedern habe man erstmals die 400-Marke überschritten, was vor allem auf den starken Anstieg im Bereich der Kinder und Jugendlichen zurückzuführen sei.

Nach einem arbeitsreichen Jahr 2001 war man zu Beginn diesen Jahres mit dem Einbau einer Küche in die neue Sporthalle stark gefordert. Hierbei zeigte sich wiederum die gute Zusammenarbeit der Bödigheimer Vereine, die sich fast alle hieran beteiligten. Was die Kosten angeht, hatte der FC einen Großteil übernommen.

In diesem Jahr veranstaltete der FC erstmals ein Schlachtfest, welches sich als großer Erfolg herausstellte und daher in den folgenden Jahren beibehalten werden soll. Neben dem obligatorischen Kleinfeldturnier fand auch wiederum ein FC-Freundschaftstreffen statt. Erstmals feierte man zusammen mit den anderen Bödigheimer Vereinen in der Sporthalle, welche in eine Weinlaube umdekoriert wurde, Kerwe.

Die Verbandsrunde der 1.Mannschaft verlief durchwachsen. Mit dem 9.Tabellenplatz zur Winterpause wurden die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Durch die schwere Verletzung  unseres  großen Talents Jens Kirmse, der mit Abstand die meisten Treffer erzielt hatte, beim Verbandsspiel in Eberstadt kam man nochmals in Bedrängnis, sicherte sich schließlich im vorletzten Spiel mit einem Sieg in Schlierstadt den Klassenerhalt.

Mit der Verpflichtung von Peter Kuczera als Spielertrainer wurden die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt. Jens Kirmse konnte als Spieler beim Verein gehalten werden, da er mit dem neuen Trainer auch eine sportliche Perspektive sah. Da Peter Kuczera bereits gegen Ende der Verbandsrunde für uns spielberechtigt war, trug er durch seine Tore wesentlich mit zum Klassenerhalt bei.

Die diesjährige Weihnachts- bzw. Winterfeier fand am 28.Dezember in der Sporthalle statt. Erstmals in der Vereinsgeschichte feierten alle Sparten gemeinsam. So kamen über 100 Mitglieder zu diesem anspruchsvollen Fest. Für das Essen wurde ein Eigenanteil erhoben, das Trinken war für alle Anwesenden kostenlos. Die jeweiligen Spartenleiter stellten ihre Sparten kurz von, bevor der 1.Vorsitzende eine Ansprache hielt. Mit gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern nahm der Abend einen guten Verlauf.

Mit hohen Erwartungen startete man in die neue Verbandsrunde. Bei sehr gutem Trainings-besuch war man bestens vorbereitet. Die Winterpause verbrachte man auf einem guten 6.Tabellenplatz.

 

Das Jahr 2003 beim FC „Germania“ Bödigheim

Nachdem Markus Meder aus privaten Gründen das Amt als Jugendleiter aufgeben musste,  wurde Gerhard Röderer auf der Jahresversammlung zu dessen Nachfolger gewählt. Da Gerhard Röderer seit Jahren in der Jugendarbeit tätig war, vollzog sich der Wechsel reibungslos.

Mit dem Gesamtjugendturnier vom 04. bis 06. Juli diesen Jahres, bei welchem über 60 Mannschaften teilnahmen, sah sich Gerhard Röderer gleich einer größeren Herausforderung ausgesetzt, welche er aber mit Bravour meisterte.

Mit dem siebten Tabellenplatz in der A-Klasse ereichten  die Senioren die beste Platzierung seit über 30 Jahren. Mit 75 erzielten Treffern, wovon Jens Kirmse 28 und Peter Kuczera 27 erzielte, stellte man den besten Sturm der Liga. Dieser Erfolg zählt umso mehr, da dem Trainer lediglich 14 Spieler zur Verfügung standen und davon die Hälfte unter 23 Jahren waren. Peter Kuczera sah sein erstes Trainerjahr als Basis für weitere Erfolge an.

Mit drei Neuzugängen und einer neu gemeldeten Reservemannschaft wurde in die Verbandsrunde 2003/2004 gestartet. Niemand konnte ahnen, zu welchem Erfolg diese führen sollte, zumal man in der Winterpause mit fünf Punkten Rückstand auf Hainstadt den 2.Platz belegte.

An Festen wurden in bewährter Weise im Frühjahr das Schlachtfest durchgeführt, im Juni das Kleinfeldturnier sowie im September das FC-Freundschaftstreffen mit Jugend- und AH-Spielen. An Kerwe veranstalteten wieder die Bödigheimer Vereine in der Sporthalle ein gemeinsames Fest.

Im Dezember erfolgte die Weihnachtsfeier aller Sparten, allerdings mit etwas rückläufiger Beteiligung.

Das Erfolgsjahr 2004

Das Jahr 2004 wird aus sportlicher Sicht sicherlich als eines der erfogreichsten in die Annalen des FC eingehen.

Der Reihe nach: Auf der sehr gut besuchten Generalversammlung des 29.Februar gab es einige personelle Veränderungen. Spartenleiter Arndt Mackert wurde neben Gerd Seitz neuer stellvertretender Vorsitzender. Das Amt des Spartenleiters Fußball übernahm Bernd Kühner. Ihm zur Seite stehen Michael Breunig und Benjamin Schimpf. Alle anderen Funktionen blieben in den alt bewährten Händen.

Während die Reservemannschaft wegen Spielermangels in der Winterpause abgemeldet werden musste, gelang der 1.Mannschaft das nicht mehr für möglich Gehaltene: die Meisterschaft der A-Klasse Buchen – und somit der größte Erfolg seit über 50 Jahren.

Mit einem 6:0 am letzten Spieltag in Zimmern wurde die Meisterschaft perfekt gemacht. Auf dem Bödigheimer Feuerwehrfest, welches an diesem Wochenende in der Sporthalle durchge- führt wurde,  feierte man bis in die frühen Morgenstunden diesen nicht erwarteten Erfolg.

Bei der offiziellen Meisterschafts- und Aufstiegsfeier,  welcher schon mehrere spontane Feiern vorausgegangen waren, lobte der 1.Vorsitzende neben der gesamten Mannschaft insbesondere Spielertrainer Peter Kuczera. Ihm war es gelungen, nach nur zwei Jahren Trainertätigkeit die Mannschaft von der unteren Tabellenregion an die Spitze zu führen.

Der Trainer zollte vor allem seinen Spielern Lob und Anerkennung für das Ereichte. Nachdem man ab der Winterpause auf zwei Spieler gänzlich sowie auf zwei weitere verletzungsbedingt verzichten musste, schmolz der Kader auf 16 Aktive zusammen. Umso bemerkenswerter sei es, den fünf-Punkte-Vorsprung von Hainstadt noch aufgeholt und den Meistertitel errungen zu haben. Mit 77 Toren erzielte man die meisten Treffer und bei 30 Gegentoren stellte der FC die solideste Abwehr in der A-Klasse. Mit 24 Treffern war erneut Jens Kirmse der erfolgreichste Torschütze, gefolgt von Peter Kuczera mit 22 Treffern.

An diesem Erfolg beteiligt waren: Steffen Schober, Jürgen Schwing, Matthias Mund, Kamil Przybylek, Konstantin Riesling, Thomas Ibba, Harry Kloos, Jens Kirmse, Roland Neureuther, Siggi Weik, Benjamin Schimpf, Peter Kuczera, Christian Wittwer, Manuel Gebhardt, Michael Breunig und Volker Rohman.

Das Abenteuer  „Kreisliga“ (vormals Bezirksliga)

Da in den zurückliegenden Jahren die Aufsteiger jeweils wieder die Absteiger aus der Kreisliga stellten, machten sich die Verantwortlichen auf eine schwierige Verbandsrunde gefasst. Das Saisonziel konnte demnach nur Nichtabstieg lauten. Mit zwei Verstärkungen vom TTSC Buchen, Hüsseyin Türkylmaz und Lokman Akin, startete man in das Abenteuer „Kreisliga“. Um eine möglichst große Spielerdecke zu halten, wurde auch wieder eine Reservemannschaft gemeldet, die jedoch die Winterpause nicht überlebte. Aufgrund von fehlenden Spielern musste diese nach der Vorrunde abgemeldet werden.

Umso erfreulicher die Entwicklung der 1.Mannschaft. Mit einem achtbaren 10.Tabellenplatz konnte man die erste Saison im sogenannten „Oberhaus“ auf Kreisebene bestehen. Hätte man durch ein Spruchkammerurteil – der Spielerpass eines Neuzugangs war zum Rückrundenbeginn noch nicht vorgelegen – den Sieg in Rippberg nicht aberkannt bekommen, wäre man auf dem 9.Tabellenplatz gelandet.

Einziger Wermutstropfen im Berichtsjahr 2005 stellte die Auflösung der Sparte Tischtennis dar. Nachdem zwei Akteure aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen, war die Spielerdecke zu dünn, um eine Verbandsrunde zu überstehen. Somit endete die Erfolgsgeschichte dieser jungen Sparte im FC recht abrupt. Die verbliebenen Aktiven schlossen sich Nachbarvereinen an oder beendeten ihre Laufbahn.

Mit 430 Mitgliedern hatte der Verein einen neuen Rekord erreicht, welcher auf eine gute Jugendarbeit sowohl im Fußball als auch bei der „Mutter-Kind“-Gruppe zurückzuführen ist

85 – Jahre FC „Germania“ Bödigheim

Das Jahr 2006 stellte wieder einmal ein Jubiläumsjahr dar. Allerdings musste sich der Verein aufgrund von fehlenden Helferinnen und Helfern auf ein kleineres Fest beschränken. Man beschloss aus Kostengründen auf ein Festzelt zu verzichten, was sich im Nachhinein als kluge Entscheidung herausstellte. Da der Sportfestbeginn mit dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft zusammenfiel, wurde dieses auf einer Großleinwand in der Sporthalle übertragen. Mit der Durchführung eines Elfmeterschießens der Bödigheimer Vereine um Mitternacht wollte man für die örtliche Bevölkerung einen Anreiz bieten, auf dem Sportgelände auszuharren. Dies gelang allerdings nur bedingt, denn die Massen blieben hier ebenso aus wie am darauffolgenden Tag beim Auftritt von „Gentle Poise“, die beim Dorffest 2005 in Bödigheim für Furore sorgten und man sich ähnliches beim Sportfest erhoffte.

Einen Höhepunkt dieses Jubiläumsfestes stellte die Ausrichtung der 32.Buchener Stadtmeisterschaft dar. Leider schaffte es der FC Bödigheim nicht – wie im letzten Jahr - , das Endspiel zu erreichen. Mit dem 3.Platz konnte man jedoch auch zufrieden sein.

Ähnliches gilt auch für die Verbandsrunde 2005/06. Nach einem grandiosen Zwischenspurt mit Siegen gegen den TSV Buchen, Eintracht Walldürn, FC Hettingen und den SV Großeicholzheim belegte man zur Winterpause einen sensationellen 5. Tabellenplatz. Diesen konnte man allerdings nicht bis zum Rundenende halten, da aufgrund von Verletzungen zeitweise nur noch elf Aktive zur Verfügung standen. Dennoch erlangte man mit dem 7.Tabellenplatz die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte.

In der Sommerpause waren die Verantwortlichen gefordert, den Spielerkader aufzustocken. Mit 15 Neuzugängen – allesamt auswärtige Spieler - lag es nun an Trainer Peter Kuczera, die Mannschaft neu zu formieren. Einige Spieler verfügten bereits über Kreisligaerfahrung, der größte Teil jedoch spielte letztmals in der Jugend von Buchen oder Hainstadt.

Um diese Spieler an den Verein zu binden, ihnen Spielpraxis zu bieten, entschloss man sich, wieder eine Reservemannschaft zu melden, welche die Verbandsrunde mit einem guten 5. Tabellenplatz abschloss. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten – das Eröffnungsspiel der Verbandsrunde 2006/07 wurde gegen den Topfavoriten TSV Buchen mit 1:6 verloren – konnte die 1.Mannschaft bis zur Winterpause auf den 7.Platz vorrücken und die Saison mit dem 5.Tabellenplatz abschließen.

Großprojekt „Trainingsplatz“

Was lange währt, wird endlich gut ...

Ende April 2007 wurde mit dem Bau eines Trainingsplatzes in Bödigheim begonnen – die wohl größte finanzielle Herausforderung in der Vereinsgeschichte. Der Kostenvoranschlag belief sich auf stolze 85.000,- € . Neben Zuschüssen vom BSB, des Landkreises sowie der Stadt Buchen – in der Summe 38.000,- € - war vor allem Eigenleistung angesagt. Mit über 2500 unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden konnte Anfang Juli 2009 mit dem Anbringen des Fangzaunes die finanziell bisher größte  Maßnahme in der Vereinsgeschichte abgeschlossen werden. FC-Vorsitzender Bernhard Geppert zeigte sich stolz über die Tatsache, dass das Unternehmen „Trainingsplatz“ ohne Schulden machen zu müssen über die Bühne gebracht werden konnte. Mit nur wenigen fleißigen Helfern konnte ein zweckmäßiger und sich gut in die Gesamtsportanlage einfügender Trainingsplatz errichtet werden.

Die Verbandsrunden 2007/8 bis 2010/11

Nachdem man bei der Stadtmeisterschaft in Hainstadt den zweiten Platz belegt hatte, ging man voller Zuversicht in die kommende Verbandsrunde. Hier zeigten sich allerdings erste „Abnutzungserscheinungen sowohl bei Trainer als auch bei Spielern. Es fehlte an der nötigen Motivation, was sich im mangelnden Trainingsbesuch zum Ausdruck kam. Folglich musste man auf einem 11.Tabellenplatz mit geringem Abstand zu einem Abstiegsplatz überwintern. Die zum Klassenverbleib nötigen Punkte konnten zwar eingefahren werden – am Ende stand ein 13.Platz - , die zweite Mannschaft musste allerdings gegen Ende der Runde abgemeldet werden.

Es kam noch schlimmer. In der Sommerpause verließen neun Spieler den Verein, weitgehend Bödigheimer. Somit verblieben für die anstehende Verbandsrunde 2008/9 noch drei einheimische Aktive. Dennoch begann die Saison mit einem Paukenschlag. Bei der Stadtmeisterschaft in Waldhausen bezwang man im Endspiel den TSV Buchen – Aufsteiger in die Verbandsliga – sensationell mit 2 :1. Somit konnte man erstmals in der Vereinsgeschichte  die Stadtmeisterschaft erringen.

Nach anfänglich gutem Start in die Verbandsrunde zeigte sich mit der Zeit , dass man die vielen Abgänge nicht kompensieren konnte. Lag man in der Winterpause noch auf einem

Nichtabstiegsplatz, so konnte infolge von Verletzungen – darunter der einzige Torwart – der Abstieg leider nicht mehr verhindert werden.

Bereits im Frühjahr wurden die Weichen für die kommenden Runden gestellt. Mit Erol Arslan konnte ein renommierter Trainer verpflichtet werden, der – und dies war überlebensnotwendig – noch sechs Landesligaerfahrene Spieler mitbrachte. Ohne diese personelle Verstärkung hätte der FC keine Mannschaft melden können. Die Vorgabe hieß – auf Grund der Neuzugänge - „Wiederaufstieg“.

Konnte man bei der Stadtmeisterschaft wieder bis in das Endspiel vordringen – diesmal musste man sich jedoch dem TSV Buchen geschlagen geben -, begann die Verbandsrunde mit einer Niederlage beim Mitfavoriten FV Laudenberg . Dies sollte allerdings die einzige Niederlage in der gesamten Verbandsrunde bleiben.

Erfreulich auch, dass man in die Verbandsrunde 2009/10 erstmals in der Vereinsgeschichte mit einer eigenen B – Jugend starten konnte. Jugendleiter Gerhard Röderer hatte über Jahre hinweg eine vorbildliche Jugendarbeit absolviert – und dies waren nun die Früchte seiner Arbeit. Obwohl die Spieler  zu den jüngsten in der laufenden Runde zählten  – man musste auch auf einige C-Jugendspieler zurückgreifen – konnte man mit einem guten Mittelfeldplatz die Runde beenden.

Im Jahr darauf konnte in einer Spielgemeinschaft mit Waldhausen eine A- als auch eine B-Jugendmannschaft am Spielbetrieb teilnehmen.

Die Senioren starteten als Neuling recht gut in die Kreisliga und belegten nach fünf Spieltagen einen vorderen Tabellenplatz. Die Wende kam im Kerwespiel gegen den VfB Heidersbach, als man durch nicht nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidungen als Verlierer den Platz verließ. Dies sollte jedoch nicht das einzige Spiel bleiben, in welchem der FC Bödigheim von dem Unparteiischen massiv benachteiligt wurde. Den traurigen Höhepunkt stellte die Begegnung in Laudenberg dar. Von allem Anfang an vom Schiedsrichter provoziert – so mussten wir nach Bödigheim fahren um ein anderes Trikot zu holen, auf dem Sportgelände durfte kein türkisch gesprochen werden –, brachte uns dieses Spiel drei Rote Karten ein sowie vier nicht gegebene Elfmeter.

Auch einige Zuschauer trugen ihren Teil dazu bei, indem sie unsere türkischen Mitspieler wüst beschimpften, zum Teil in höchstem Maße rassistisch und ausländerfeindlich. Das dies in unserer heutigen Zeit noch gang und gebe ist, war für mich persönlich eine recht deprimierende Erfahrung.

Der Rundenverlauf selbst muss – was die Platzierung angeht – als etwas enttäuschend bezeichnet werden. Hinzu kommt, dass zum Ende der Runde zusammen mit dem Trainer Erol Arslan auch einige Spieler den Verein verließen.

Somit stand man wieder einmal vor einem gewissen Neuanfang, was Trainer und Spieler angeht – und dies im Jahr des 90-jährigen Bestehens.